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"Filigran, ein treffender Titel für die Musik dieser kammermusikalischen Besetzung - interessante, klangvolle Arrangements bekannter Standards, ebenso wie ausgeklügelte und originelle Eigenkompositionen fliegen den überraschten Zuhören an. Verhalten, zart-melancholisch und stimmungsvoll - doch ein plötzlicher Wechsel im Groove und ein zupackender Swing greift Raum. Im engen Zusammenspiel und doch mit viel persönlicher Bewegungsfreiheit kommt jedes Instrument zur Geltung und schafft hier sparsame Linien, dort füllige Voicings - doch immer geschmackvoll und intensiv. Eine Musik des traditionelleren Modern Jazz Idioms in filigraner Ausgewogenheit und Harmonie. es bleibt dem Zuhörer ein warmes Gefühl von Frieden und lang nachklingendes Lächeln." Rolf Rosbigalle
Und hier, last not least, die Rezension von Alexander Schmitz aus dem Jazzpodium:
“Es gibt wenige Gitarren/Klaviertrios von solcher Ausgewogenheit, Trios, wohlgemekt, mit zwei so unterschiedlichen Instrumenten, die ja beide vertikal (harmonisch) wie horizontal (linear) musizieren können und deshalb immer in der Gefahr stecken, sich gegenseitig nach Kräften zu behindern. Pianisten schnappen leicht über, weil Gitarristen sich vor ihnen fürchten. Na ja, und Gitarristen schnappen leicht über, weil sie sich vor Pianisten fürchten. So ist das im allgemeinen, und da war´s dann völlig schnurz, ob Herb Ellis bei Peterson Akkorde ackerte oder bei Monty Alexander: Der Wassertäger für das “Ungeheur das brüllt, wenn man es an seinen Zähnen berührt”, wie einst der große Segovia zu frotzeln beliebte, blieb er allemal.
So, und nun aus Norddeutschland dies. Horst Mühlbradt, der in diesem Jahr 75 wird, am Flügel; Klaus Sye, in diesem Jahr 65, an der Gitarre; und Bassist Joachim Gerth, Jahrgang 1938: Diese drei gestandenen Herren lassen nun mit ihrem Debut “filigran” aufhorchen, das den hörbaren Beweis abliefert, dass ein Trio dieser Besetzung sehr wohl ein echter Klangkörper sein kann. Allen Dreien geht es nicht ums brillieren, nicht um Flinkfingerei, sondern -Frucht langer gemeinsamer Spielerfahrung- um Ausgewogenheit, kammermusikalische Tugenden, Kammerjazz als Delikatesse, also nicht um nur friedliche Koexistenz, sondern um Symbiose. Und es gelingt. “Filigran” ist ein langsames, aber nicht bedächtiges, ein ruhiges, aber nicht ängstliches, ein angenehmes, aber nicht unterhaltsam-gefälliges, sondern ein ausgesprochen anspruchsvolles balladeskes Album mit drei Mühlbradt-, zwei Sye- und weiteren Titeln von Bernstein (Somewhere), Raye (You don´t know what love is), Hall (Something Special) und Kern (Yesterdays). Mühlbradts eigenes “filigran” demonstriert in ganzer Breite, was diese Drei unter Geschmacks- und Stilsicherheit verstehen. Oder: Wer Hall selbst mit “Something Special” kennt, der wird schnell herausfinden, dass Klaus Sye - der übrigends mit “Sofie II” und “Paesaggio” Sätze aus eigenen Suiten-Kompositionen beigesteuert hat- sich dem großen Amerikaner keineswegs epigonal unterwirft, sondern dass er ihn reflektiert und in seine eigene ausgereifte Harmonien und Tonsprache integriert hat. Dieses Trio: das Beste am Norden. Alexander Schmitz
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