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Archtop-Germany CD Solo Archtop Guitar Interpreten/Stücke Liner Notes Archtops und Danke Pressespiegel/Feedback |
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Sechzehn Gitarristen stellten spontan ihre Mitarbeit zur Verfügung und auch der zweite Versuch ein Label zu finden, war schnell erfolgreich. Mit “factory outlet records” fand ich einen kompetenten und völlig unproblematisch arbeitenden Kooperationspartner, den ich nur empfehlen kann. Und so ist diese CD ein wahrer Genuss geworden: Freunde der Archtop werden ebenso begeistert sein, wie Jazzfans mit Gitarrenfaible. Folgende Gitarristen / Stücke sind auf der CD zu hören: Michael Arlt - "Old Folks" (Robinson) Liner Notes von Alexander Schmitz: Keine Disziplin erfordert mehr Meisterschaft als das Solo-Spiel. Aber auch keine andere Disziplin ermöglicht Hörern und Spielern tiefere Einsichten in die Kunst der Interpretation. Im Jazz umgibt das Solo-Spiel seit je her die Aura des Außergewöhnlichen, weil das meiste von dem, was Jazz ausmacht, im Zusammenspiel geschieht. Deshalb ist das Solo-Jazzspiel, das anders als in anderen Gattungen wesentlich von der Improvisation lebt, als besonders anspruchsvolle Kunstform zu verstehen. Weit mehr gilt das für die Gitarre. Denn anders als in der Klassik, in der ein Großteil ihres Repertoires solistisch ist, ist das Solo-Spiel der Gitarre im Jazz die Ausnahme und nicht die Regel. Das hat seine Ursachen in der vergleichsweise noch jungen Geschichte des Instruments, der noch viel jüngeren Geschichte der Jazzgitarre und in der Vielfalt der Herausforderungen, die Solo-Jazzgitarrist zu meistern hat. Andreas Polte weiß das. Seine Website archtop-germany.de ist inzwischen zur Institution geworden, obwohl das Spektrum ihrer thematischen Möglichkeiten erstaunlich schmal ist: Sie widmet sich ebenso ausschließlich in Deutschland lebenden Musikern wie den Archtop- oder Cellogitarren, mit denen man "Jazzgitarre" allgemein zu assoziieren pflegt. Polte erklärt die Produktion des vorliegenden Albums ebenso wie das jährlich stattfindende "Archtop Meeting Germany" und den jährlich vergebenen "Archtop Germany Award" zur "logischen Folge" dessen, wofür sein Online-Magazin an den Start gegangen war. Dies sei eine Platte, "auf dem sich deutsche oder in Deutschland lebende Archtop-Gitarristen finden, sowohl Fingerstylisten als auch Plektristen und Repräsentanten von Mischtechniken". Dass 15 Gitarristen spontan ihre Teilnahme am Sampler zusagten, reflektiert am besten den Grad der Popularität, die seine Webseiten in den 2 Jahren ihrer Existenz erlangt haben. Zudem wurde Wert darauf wert gelegt, dass keines der Stücke nachbearbeitet wurde. Nur das Volumen wurde, wo nötig, für den Sampler angeglichen. Die Mehrheit der Spieler hat exklusiv für die CD neu eingespielte Aufnahmen beigesteuert. Andere konnten das aus triftigen Gründen nicht tun und stellten deshalb Titel von bereits erschienenen eigenen Veröffentlichungen zur Verfügung. Alle Gitarristen und ihre Labels haben auf finanzielle Forderungen verzichtet, sollen jedoch an einem möglichen Gewinn beteiligt werden. Und - drei der Gitarristen stellen hier erstmals in ihrer Karriere Solo-Titel vor! Einer der drei ist Michael Arlt, der seine Fassung von "Old Folks" seinem früherem Lehrer Wim Overgaauw widmet. Michael, 1984 am Berklee College und Schüler von Mike Metheny und John Scofield, bevor er an der Amsterdamer Hochschule der Künste weiterstudierte, wechselt rhythmisierend zwischen Singlenotes, Akkorden und kräftigen Bässen und erzeugt so durch geschickte Reihung den Eindruck fast orchestraler Fülle. Peter Autschbach studierte an der Kölner Musikhochschule, gründete das "Autschbach Projekt", spielte in der Rockoper "Tommy" und mit der Organistin Barbara Dennerlein und ist engagierter Pädagoge und Kolumnist. Eine seiner CDs heißt "Pass It On" - eine Hommage auf den einstigen Lehrer. Auch Peters "Fairy Tale", direkt ins Pult gespielt, nimmt Pass-Techniken auf und bietet kompakt rhythmisierten Fingerstyle. Auch Thomas Brendgens-Moenkemeyer ist Gitarre-Dozent. Er unterrichtet an mehreren norddeutschen Hochschulen und bewegt sich stilistisch zwischen Jazzprojekten und Zeitgenössischer Musik. Er hat Klassikgitarre studiert, war 1978 in Berklee, legte 2001 sein erstes Album vor und konzertiert seither auch als Solist. Seine Fingerstyle-Komposition "Special Days" ist nur über Mikro aufgenommen und intensiviert Spannung und rhyhmisches Feeling durch souveränen Einsatz des walking bass. Ganz anders der Sarde Giorgio Crobu. Profi seit 1975, lebt er seit 1983 in Berlin, war Ende der 80er zwei Jahre lang mit Joe Pass im 2-Gitarren-Quartett unterwegs und legte 2006 sein CD-Debüt vor, die Summe von dreißig Jahren Erfahrung. "Amazing Smile", direkt ins Pult gespielt und auf einer alten Bandmaschine gemastert, ist weich, warm, voller subtil gebrochener Akkorde und Wendungen – delikate, tiefgründige Lyrik. Der Berliner Manfred Dierkes, Deutschland Jazz-Fingerstylist Nr. 1, bietet mit Dukes "Don't Get Around Much Anymore" eine Probe seiner Kunst, Läufe, Harmonien und konsequent marschierende Bässe vertikal zu verbinden. Und stellt seine neue, erweiterte Fingertechnik vor: Er setzt drei Finger der rechten Hand wie Plektren ein, mit Up- und Downstrokes! Von Heiner Franz, dem Vater des Jazzgitarre-Labels Jardis, der unter anderem mit Louis Stewart, Peter Leitch und im European Jazz Guitar Orchestra aufnahm, hören wir "My Romance". Aufgenommen mit Mike über Amp, repräsentiert er einen ganz anderen Spielstil, eine Kombination mehrerer Techniken, in der hier der Fingerstyle deutlich überwiegt. Torsten Goods, 25, ist der jüngste unter Deutschlands Jazzgitarristen von internationalem Rang. Als Sänger/Gitarrist ein Senkrechtstarter, hat er schon drei Alben eingespielt und bietet mit "There'll Never Be Another You" auch sein Erstlings-Solo. Er flirtet mit dem Risiko. Und "dekonstruiert" munter den Standard, um ihn dann wieder zusammen zu setzen. Frank Haunschild, Jazzgitarre-Professor in Köln, Autor von Lehrwerken und auf Platten Duo-Partner von John Stowell und John Abercrombie, nimmt mit seinem "Bluebird" eine simple Blues-Komposition als Vehikel für Solo-Typen, Singlenotes, Akkorde, Bass-Solo und perkussiv unterlegten Chase. "My Favorite Things" hören wir von Manfred Junker, auch einem Berklee-Absolventen, der 2005 mit dem Duo-Album "Meeting Mr Rodgers" den Titel des ersten "Archtop Germany Album des Jahres" empfing. Seine Version des Klassikers besticht nicht nur durch die höchst subjektivistische Umdeutung des Themas. Helmut Kagerer, der sich lange auch mit klassischer Gitarre beschäftigt hat und seit 1991 am Konservatorium Nürnberg lehrt, vereint in seiner Fassung von "Round Mignight" so gut wie alle Aspekte des mesiterhaften solistischen Jazzgitarre-Spiels. Dass Helmut Nieberle ihm folgt, hat nicht nur alphabetische Gründe. Beide haben lange ein prominentes Duo unterhalten, in dem schon damals Nieberle als Siebensaiter besondere Akzente setzte. Auch sein "Fuchs und Hase" spielt Helmut, heute aktiv in Cool Jazz, Mainstream und modernem Gypsy Jazz, auf der Sevenstring und erzählt mit ihr eine wunderbare kleine Geschichte voller Dramatik und faszinierender Fabulierkunst. Lorenzo Petrocca hört man nicht an, erst mit 18 zur Musik und erst um 1989 zum Jazz gekommen zu sein. Mit "Polkadots and Moonbeams", seinem Solo-Debüt, liefert der Süditaliener nicht nur ein showcase seines technischen Spektrums, sondern auch eine Hommage an die Intuition und deren innere Ordnungsprinzipien. Wiederum selbst geschrieben hat David Plate sein "Corners of the Mouth", das er über zwei Kanäle mit viel Mikro und miked amp mit schwergewichtigem, hochdramatischem Fingerpicking aufgenommen hat. Er schreibt für Big Bands, Orchester und Combos, war schon als Sechsjähriger Schüler der beiden Helmuts in Regensburg und lehrt heute Arrangement und Computer Recording in Köln. Andreas Polte hat "A Nightingale Sang in Berkeley Square" gewählt, aus Achtung vor der Schönheit des Themas wenig auf Verfremdung gesetzt, nur behutsam im Schlussteil reharmonisiert und in den dritten A-Teil eine Verbeugung vor Wes "The Thumb" Montgomery geschmuggelt. Wie Torsten Goods 2004, so gelangte Joachim Schönecker 1995 als einziger deutscher Gitarrist ins Halbfinale der höchst renommierten "Thelonius Monk Competion". 1997 erschien sein Debüt-Album, 2004 legte er mit seinem Trio eine hochambitionierte CD mit Streichquartett vor. Seine Interpretation des Duke-Stücks "Day Dream" ist ein Paradestück vor allem für die "pianistische" Spieltechnik, die die Tradition des "horn-like" bläser-artigen Spiels abgelöst hat durch die kunstvolle Praxis, dank der Erschließung von Fingerstyle-Praktiken für die Jazzgitarre Melodie, Harmonie und Bässe nahezu synchron spielen zu können. Michael Arlt-Gibson L5, Peter Autschbach-Gibson L5, Thomas Brendgens-Mönkemeyer-Sonntag J17H, Giorgio Crobu-Gibson L5, Manfred Dierkes-Hahl Jazz-Supreme, Heiner Franz-Franz Champagne, Massoud Godemann-Gibson ES295, Torsten Goods-TG Sign. Mod. by Alphonse J. Keller, Frank Haunschild-Ibanez GB5, Manfred Junker-Ibanez PM100, Helmut Kagerer-Gibson L5, Helmut Nieberle- Sonntag 7-String, Lorenzo Petrocca-Standel 920 S, David Plate-Gibson S400, Andreas Polte-Tobias 17", Joachim Schönecker-Benedetto Manhattan. Danke an: All die Gitarristen, die an diesem Projekt teilgenommen haben Thomas Horstmann und Gudrun E. Schmidt bei “factory outlet records”, die mir diesen Job leicht gemacht haben. Wieder einmal mein guter alter Freund Fred Zawadzki für sein Coverpainting Sebastian Gabriel fürs Mastern in seiner Freizeit Jardis, Nagel-Heyer, JB-Records and Factory Outlet für die freundliche Genehmigung, Stücke aus erschienenen CDs zutzen zu dürfen Alexander Schmitz für seine Freundschaft und die Liner Notes All die wunderbaren Menschen, die Archtop-Germany besuchen. Diese CD wurde für Euch gemacht!
Gitarre.fm Akustik Gitarre 1/2007 JazzPodium 2006-12 Der Spiegel (Beilage “Kulturspiegel) Gitarre & Bass: Heiner Franz: Helmuth W. Lemme: Ansgar Specht: Lorenzo Petrocca:
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