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Archtop-Germany Testberichte
Diese 17’’ Custom von Gitarrenbaumeister Joe Striebel ist (wieder mal) ein wirklich wahres Meisterstück. Optik und Sound sind fabelhaft... aber der Reihe nach: Wunschgemäß war Sinn der Sache, eine hervorragend klingende Archtop zu bauen und dabei weitgehenst auf rein dekorative Elemente zu verzichten. Dazu gehören auch die Inlays im Griffbrett, da die Orientierung über die Dots am Halsrand zur Spielerseite hin völlig ausreichen. Ausnahme: Ein kleines Kunstwerk im 12. Bund. Welches, das war Joe freigestellt. Es sollte gewissermaßen eine Überraschung sein. Die sonstigen Vorgaben waren lediglich die durchgängige Verwendung von Ebenholz, wo dies eben möglich ist, der Verzicht auf das Schlagbrett und die Halsmaße. Diese wurden meiner Gibson Super 400 entnommen, allerdings bei einer Verkürzung der Mensur auf 64 cm. Dabei ist, wie man sehen kann, eine Archtop von schöner schlichter Eleganz entstanden, die ansonsten erkennbar feinste Materialien zeigt. Das Joe Striebel für solche Materialien bekannt ist, ist mittlerweile bekannt. Auch hier ist wieder alles vom besten. Die völlig handgearbeitete Fichtendecke ist “das Muster” all seiner 17’’- Decken, sehr altes Holz.
Dieses Material ist dann, wie eben gewünscht, durchgängig an der Gitarre zu finden. Ganz selbstverständlich zunächst beim Griffbrett, das übrigens so perfekt abgerichtet ist, wie das nur möglich sein kann. Desweiteren finden wir das Ebenholz bei Steg, den Reglerknöpfen, der Abdeckung für den Stahlstab und natürlich beim Saitenhalter verwendet. Die Verarbeitung dieser Gitarre kann man nur als makellos bezeichnen. Da ist aber auch rein gar nichts zu finden, was nicht 100% akurat gearbeitet wurde.
Dies wird dann noch deutlicher, wenn man die Gitarre von jemand anderem spielen lässt und sie sich von vorne anhört. Philipp Stauber war, obwohl er selbst über einige ganz hervorragende Archtops verfügt, bei dieser Aktion kaum noch von der Gitarre zu lösen, was mir gut verständlich ist ;-) Die Gitarre wird ganz sicher durch das Einspielen ein noch feiner nuanciertes Klangspektrum bekommen, was aber leider eine längerfristige Angelegenheit ist.
Ich hatte noch keine Gelegenheit sie über einen Fender-Röhren-amp zu spielen, aber nach dem Reußenzehn-Test... Fazit: Mit dieser 17’’ Custom hat sich Joe Striebel ein kleines Denkmal gesetzt. Die Gitarre ist ein Paradebeispiel für allerhöchste Handwerkskunst, gepaart mit kunstvoller Liebe zu den Details und einer makellosen Umsetzung. Die schlichte Eleganz der Gitarre mit einem warmen durchsetzungsfähigen akustischen Ton gepaart ist absolut meisterlich! Andreas Polte
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