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Archtop Germany Konzertberichte Peter Bernstein & Joachim Schoenecker 13.02.2008 im Jazclub Unterfahrt, München
Musikalische Kommunikation wurde groß geschrieben an diesem Abend. Frage, Antwort, Rätselraten und Geschichten weiter erzählen, das wurde, natürlich neben anderen musikalischen Aspekten, sehr zelebriert. Gerade diese Zwiegespräche hoben das Konzert deutlich von anderen Duo-Besetzungen ab. Kein Wunder, denn da waren ja auch Meister am Werk, das wurde sehr schnell bereits in den ersten Stücken deutlich. Meisterlich sind natürlich auch die Instrumente, auf denen die Beiden spielen: Peter Bernstein spielt auf einer für ihn hergestellten John Zeidler, ein Instrument, dass man heute nicht mehr bekomen kann, denn Zeidler starb im Mai 2002. Das Instrument hat (in den Händen von Peter Bernstein) ein wunderbares klares, offenes Klangbild, das besonders im Begleitspiel sehr viel Raum lies. Verstärkt wurde das Instrument über einen kleinen Peavey Classic. Joschim Schoenecker nutze seine bekannte Benedetto “Manhattan”, gespielt über einen Polytone und dazwischen einen Reussenzehn “Black Face”. Joachims Klang war dichter, kompakter, vor allem in den Sololinien. In der Begleitung und Solo zeigte sich das Setup bei reduziertem Volumepedal ebenfalls angenehm durchsichtig. Also allerbeste Soundvoraussetzungen für ein Konzert - und das war spannend: Von Anfang an wurde klar, dass sich hier nicht zwei Gitarristen jeweils zum Solo begleiteten. Hier wurde Jazz in seiner deutlichsten Form zu einer kommunikativen Angelegenheit, die selbst für den Laien durchaus hörbar war. Dies begann im Aufnehmen von Fragmenten des Solierenden durch den Begleiter, wobei sich vor allem Bernstein in dieser Hinsicht als beachtenswert erwies; sein Spiel ist geprägt durch eine nahezu pianistisch “freie” Akkordik und Harmonik. Es ist, als würde er die angeblichen Grenzen seines Instrumentes gar nicht bemerken (was natürlich bedeutet, dass es diese Grenzen nicht wirklich gibt ;-) Auch Schoenecker spielte auf höchstem Niveau. Sehr meisterlich, wie es ihm gelang, jede von Bernstein benutzten ausgefallenen Voicings sofort in die entsprechenden Linien umzudeuten. In einigen Passagen kam mir das wie eine Art Quiz vor: Bernstein grinste und spielte einen verqueren Akkord und Schoenecker konterte mit genau den passenden Linien, was bei Bernstein ein noch breiteres Grinsen hervorrief. Aber auch akkordisch wusste Schoenecker zu gefallen. Die oftmals in Akkordsolo gespielten Viererwechsel zwischen den Beiden gehörten zum Besten, was man an diesem Abend erleben durfte. Beide Gitarristen hatten je ein Solostück im Gepäck, bemerkenswerterweise beide von Monk. Bernstein bot eine Soloperformance von “Pannonia”, die bewies, dass man auch die engen Akkorde und die vertrackte Rhythmik eines Monk nahezu pianistisch auf der Gitarre darbieten kann, wofür er begeisterten Applaus erntete. Schoeneckers Solo war “Round Midnight”, ein Stück, dass er ursprünglich für seine Teilnahme an der “Thelonious Monk Competition” vorbereitet hatte und dann auch auf seiner CD “Common Language” veröffentlichte. Deutlich zu hören war, wie das Arrangement im Laufe der Entwicklung Schoeneckers dies mitgemacht hat. Seine gestrige Version war offener mit mehr Raum für die Wirkung und ebenfalls vom Publikum bejubelt. Alles in Allem ein Duo der Spitzenklasse, wobei das Wort Duo wirklich betont werden muss, denn es waren eben keine zwei Einzelmusiker, die da spielten, sondern im wahrster Sinne des Wortes ein “Ensemble”. Jeder Einzelne steht natürlich auch großartig da: Schoenecker gehört zum Feinsten was man in Europa an Jazzgitarristik zu hören bekommt und muss den Vergleich mit einem Bernstein nicht scheuen; Bernsteins Spiel ist von einer einzigartigen Souveränität, die den ganz großen seiner Zunft vorbehalten ist. Wer die Beiden noch nicht gesehen hat, der hat noch drei Chancen und sollte sie nutzen: Heute, am 14.02.2008 spielen die Beiden im Bix in Stuttgart, am 15.02. im Birdland in Neuburg a.d. Donau und am 16.02. im Alten Pfandhaus in Köln. Wer auch das nicht schafft, dem sei gesagt, dass die Beiden nach der Tour ins Studio gehen um eine Duo-CD aufzunehmen. Ich freue mich darauf... (Andreas Polte 14.02.08) |
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