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Torsten Goods Quartett im Jazzclub Unterfahrt, München, 13.03.2008

 

Torsten  Goods, Photo by  Peter BlachianEin Superkonzert! Das Torsten Goods Quartett in allerbester Spiellaune. 

Im vollen Jazzclub Unterfarth herrschte vor dem Konzert spannungsvolle Erwartung. Torsten Goods gehört zu den Musikern, die bereits in jungen Jahren über ein extrem großes Können auf ihrem Instrument verfügen. Torstens Ruf lockte also unter anderem auch viele seiner Kollegen an, die ihn live sehen wollten.

Das konnte den Veranstaltern Jazzclub Unterfahrt und dem Münchener Label ACT, nur recht sein.

Bereits im Opener, einer instrumental gespielten Bluesnummer, wurde deutlich, dass Goods zu jenen begnadeten Gitarristen gehört, die einfach Sachen spielen können, die andere selbst mit jahrelanger Übung nicht machen können. Er hat eine phänomenale Technik, ein blindes Verständnis auf seinem Instrument und ein gutes Gespür für musikalische Dramarturgie.

Sein erstes Solo baute er langsam auf, spielte ein wenig mit der Melodie, harmonisierte die Changes, fegte mit Blockakkorden über das Griffbrett und endete in furiosen Läufen. Unglaublich.

Während des Abends demonstrierte er auch immer wieder sein großes Repertoire an Zitaten, die er mit großer Leichtigkeit in sein Spiel einfließen lassen kann. Da lässt er mal eben so für einen McLaughlin-Fan im Publikum ein paar von McLaughlin’s rasanten Läufen anklingen, ehrt George Benson mit einigen seiner favorisierten Licks...

Torsten Qualität als Sänger steht seinem Gitarrespiel nicht weit nach. Sein Stil erinnert am ehesten noch an Harry Connick jr. Beide Qualitäten zusammen ergeben natürlich die Möglichkeit des von Benson berühmt gemachten Scat-Gesangs mit gedoppelten Singlelines auf der Gitarre. Auch in dieser Hinsicht weiß Torsten zu begeistern.

Torsten  Goods, Photo by  Peter BlachianDas abwechsungsreich aufgebaute Konzert war jedenfall ein Hochgenuss und entsprechend honorierte das Publikum auch die Leistungen der Musiker. Torstens Begleitmusiker sind übrigens ebenfalls allererster Klasse, wenn auch, wie der Leader selbst, noch jung an Jahren. Drummer Tobias Backhaus beispielsweise ist gerade mal 24 jahre alt und liefete eine sehr überzeugende Leistung ab.

I-Punkt des Konzertes war die von Goods solo vorgetragene Instrumentalnummer “The Londonderry Air”, auch in dieser Disziplin volle Punktzahl. Goods reharmonisierte das irische Traditional sehr geschickt und machte es zu einem Jazz-Highlight.

Dem Jazzclub Unterfahrt ist an dieser Stelle einmal für das große Engagement in Sachen Jazz-Live-Musik sehr zu danken. Das Programm hat große Qualität - und das bei 360 Tagen Live-Jazz im Jahr. Bitte macht so weiter.

Von Torsten Goods werden wir hoffentlich noch viel hören und es ist kein Geheimnis, dass ich mich auf die neue CD, die diesen Sommer wieder bei ACT erscheint und den Titel “1980” tragen wird, sehr freue.
Torsten, keep on swingin’ !

Andreas Polte 17.03.2008  (Photos by Peter Blachian)

 

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