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Archtop-Germany Tips: ”Einspielen” |
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Neben der Holzauswahl und dem Können des Gitarrenbauers hat auch das Einpielen des Instrumentes einen wesentlichen Einfluss auf den Klang. Folgende Email von David Plate zu diesem Thema als Reaktion auf meinen Erfahrungsbericht zur Klangoptiemierung möchte ich euch gerne zur Kenntnis geben: |
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Meiner Meinung nach liegt das auch an der Besitzergeschichte der Gitarre. Ist doch eigentlich ganz schön, daß es Faktoren gibt, die sich nur fühlen, aber nicht messen lassen, das erhöht allemal die Mystik um diese wunderbaren Instrumente. Folgendes von Wingolf Grieger geht in die gleiche Richtung: “...Wie zu erwarten, war die Gitarre im ersten Jahr noch relativ leise und "unentwickelt", hauptsächlich in den höheren Frequenzen (ganz normal, beruhigte mich Stefan Sonntag). Inzwischen hat sie einen weitgehend ausgeglichenen Klang, der sogar meinen Mitmusikern immer wieder auffällt. Sie hat dieses volle, satte "grumpf grumpf" ( ich spiele ausschließlich zwei- bis dreistimmige Akkorde auf den Saiten 6, 4, 3), mit der dazugehörigen Menge Silber darüber. Und: Sie ist inzwischen richtig laut. Mal sehen, was die nächsten Jahre noch bringen...” Ich möchte auch ein Negativbeispiel erwähnen, um es noch deutlicher zu machen: Vor Jahren war in einer Annonce eine alte Telecaster zum Verkauf angeboten, sie sollte nicht allzu viel kosten, also habe ich sie mir angeschaut. Die Tele gehörte seit dem Erstkauf einem Hobby-Spieler, der sich selbst zum Gesang in den uns allen bekannten offenen Akkorden begleitete. Dort klang die Gitarre auch gut; aber ab dem vierten Bund war total tote Hose!! Wie also spielt man eine Gitarre richtig ein? Das ist keine Hexerei: Man sollte die Gitarre in möglichst allen Tonarten und möglichst in allen Bereichen des Griffbrettes regelmäßig und so oft wie möglich spielen. Das kann man prima mit dem Üben verbinden, denn dort sollte man ja ähnlich verfahren. Den ersten Effekt merkt man recht schnell, gerade wenn die Gitarre neu ist oder lange nicht gespielt wurde: Das Instrument nimmt mit zunehmeder Spieldauer die Töne williger an und wird etwas transparenter und lauter; die Frequenzen kommen gleichmäßiger. Wichtig: Je besser das Instrument, desto deutlicher der Effekt. Danach ist es allerdings recht schwierig; man braucht eher Jahrzehnte als Jahre, um den von David Plate oben beschriebenen Effekt zu erziehlen; nicht zu vergessen, dass sowohl Karl Ratzer als auch Helmut Kagerer “Vielspieler” sind, die ihre Instrumente täglich spielen; und das ausgewogen! Glück hat derjenige, der ein gut eingespieltes Instrument gebraucht erstehen kann. Aber auch diese Gitarre braucht weiteres Ton-Jogging! Ansonsten wird ihr Klang im Laufe der Zeit verblassen. Manche Musiker stellen ihr Instrument vor die Lautsprecherboxen, damit das Holz auch schwingt, wenn man nicht aktiv spielt. Meiner Meinung nach kann diese Beschallung, die ja indirekt ist, nicht das “direkte” in Schwingung bringen ersetzen. Aber möglicherweise kann es unterstützen. Ich selbst habe bei einem Versuch keinen für mich merkbaren Unterschied feststellen können. Schaden kann es aber ganz sicher nichts. Allerdings habe ich einen deutlichen Unterschied bemerkt, nachdem eines meiner Instrumente “klangoptimiert” wurde. Dies kann durchaus ein Einspielen ersetzen, aber nicht jeder möchte das. Individuell ist es keinesfalls. Wer sich dafür interessiert, möge bitte unter Klangoptimum weiterlesen. Eines noch zum Abschluss dieses Themas: Auch durch ein 20-jähriges Einspielen wird aus einer schlechten Gitarre keine Erstklassige! Einspielen kann niemals das Geschick des Gitarrenbauers und seine Erfahrung bei der Holzauswahl ersetzen! Lediglich wird aus der schlechten Gitarre eine etwas Bessere.
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