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Archtop-Germany Tips: Computing |
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Musiksoftware: Ableton Live, Apple Garage Band und Blockfish von Stephan Neetenbeek Archtop-Gitarre und Computer? Nun, auch Archtop-Gitarristen nehmen ihre Musik gerne auf und das macht man heutzutage nun mal meistens am Computer. Und vielleicht findet man dabei auch auf neue kreative Möglichkeiten. Ich möchte hier zwei sogenannte DAW-Programme (DAW = Digital Audio Workstation) vorstellen, die erschwinglich und von der Bedienung überschaubar sind. Gemeinsamkeiten: Was braucht man noch dazu? Dann braucht man also kein Studio mehr? Apple Garage Band Garage Band positioniert sich klar im Consumer Bereich. Es will nicht den Profi-Tontechniker oder –Komponisten ansprechen, sondern jedem ermöglichen, gut klingende Aufnahmen zu erstellen. Mit der neuen Version können maximal 8 Spuren gleichzeitig aufgenommen werden, was natürlich entsprechende Zusatzhardware erfordert. Größter Vorteil dieses Programms: Es kommt umsonst mit jedem neuen Apple-Computer. Wer es kauft, zahlt mit anderen hilfreichen Programmen (Fotoarchiv, Videoschnitt, DVD-Erstellung) im Bundle nur 79 Euro. Überschaubar! Größter Nachteil: Das Programm läuft nur auf Rechnern mit dem Apfel und vernünftig auch nur auf Rechnern mit aktuellen Leistungsdaten. Garage-Band ist meiner Meinung nach das wirklich am leichtesten zu bedienende Mehrspurprogramm. Zum Beispiel legt man einfach beim Anlegen einer Spur fest, was diese können soll (zum Beispiel Gitarre aufnehmen) und erhält gleich gut klingende Voreinstellungen aller klangformenden Parameter. So kann auch ein Anfänger gleich sehr gut klingende Demoaufnahmen hinbekommen. Selbstverständlich lassen sich die Klänge auch individuell formen – dabei kann man einiges lernen. Auch die sogenannten virtuellen Instrumente und mitgelieferten Effekte sind von guter Qualität. Sie verzichten auf die schönen bunten Bedienungsoberflächen anderer Produkte (die ohnehin oft nur dem besseren Verkauf dienen, sollen sie doch vorgaukeln, man hätte z.B. ein Rhodes oder einen Moog gekauft) Besonderheit sind die Apple Loops. Das sind vorher aufgenommen Instrumente, die ins eigene Arrangement eingebunden werden können. Das bietet sich besonders an, wenn für ein Demo eine einfache Schlagzeugspur benötigt wird. Das klingt oft auf Anhieb gut. Loops lassen sich nachkaufen oder mit einem kostenlosen Zusatzprogramm selbst aus beliebigem Audiomaterial erstellen. Für Gitarristen besonders interessant: Garage Band enthält eine Gitarrenverstärkersimulation. Und die klingt auch im klaren und ganz leicht angezerrten Bereich. Ich habe in diesem Bereich viele auch teure kommerzielle Produkte ausprobiert – mich hat für jazzige Sounds nichts überzeugt außer dieser. Den typischen Jazzgitarrensound habe ich übrigens mit der Simulation eines „Marshalls“ erreicht, man sollte also den Labels nicht zu sehr vertrauen. Bei den Midi-Instrumenten ist noch anzumerken, dass die Editierung nun wahlweise im Notenbild erfolgt – für „oldschool“ Musiker wie mich viel angenehmer als die Klötzchenschieberei anderer Programme. Ein tolles Programm für schnelle und einfache Demoerstellung (wer nimmt schon zuhause richtige CD’s auf?), das nicht viel kostet. Ableton Live Dieses Programm ist ein ganz anderes Tierchen, verfolgt es doch eine bis heute einzigartige Konzeption, ist eine Verbindung aus Mehrspursoftware und Sample-Instrument. Dafür kostet es auch einiges mehr: stolze 499 Euro werden von der Kreditkarte abgebucht, wenn man das Programm bei Ableton.com bestellt. Fairerweise bietet man aber eine Demoversion an, so dass der interessierte Nutzer vorher testen kann, ob er das haben muss. Verglichen mit Garage Band bietet es unbegrenzte Spurenzahl, komplett Automation (alle Klangparameter lassen sich über die Länge eines Arrangements dynamisch verändern) sowie weitergehende Konfigurationsmöglichkeiten (Routing, Midizuweisung etc.). Das Programm kann auf jedem halbwegs modernen Rechner mit Windows oder Macintosh OS betrieben werden. Was komplett fehlt, sind virtuelle Instrumente, die zusätzlich erworben werden müssen. Das tut bei dem Preis schon weh. Effekte sind jedoch in guter Auswahl und Qualität dabei. Als Mehrspuraudiomaschine funktioniert Live genau wie jedes andere Programm, die Bedienung unterscheidet sich dabei oft nur in Details. Und was ist das besondere für Jazzgitarristen? Alleinstellungsmerkmal ist die Sessionansicht. Hierbei lassen sich kurze (oder längere) Audio oder Midischnipsel in eine Tabellenansicht einfügen und per Mausklick, Tastatur oder einem angeschlossenen Midikeyboard, Midifußschalter o.ä. aufrufen. Das erlaubt, mit dem Material zu spielen und zu jammen, Arrangements aus dem Stegreif zu improvisieren. Und das funktioniert nicht nur mit vorher produzierten Material, man kann auch direkt die eigene Gitarre aufnehmen und dies dann abspielen (ähnlich wie mit einem Boomerang oder Akai Headrush, aber mit erweiterten Möglichkeiten durch Effekte etc.). Dies habe ich zum Beispiel beim Kölner Gitarristen Norbert Scholly gesehen, der darauf eine ganze „zweite Karriere“ aufgebaut hat. Eine andere Anwendungsmöglichkeit im (moderneren) Jazzbereich wäre das Abfeuern von Samples, um die eigenen Arrangement anzureichern. Dabei bleibt es der eigenen Fantasie überlassen, ob dies Drumloops, Flächen oder Maschinengeräusche sind. Ich selbst setze Ableton beinahe für alle Aufträge ein: Multimedia-Soundtrack, Theatermusik, Aufnahmen für und mit meiner Band. Gerade bei einer Theatermusik konnte ich sehr von der Offenheit des Programmes profitieren, da mir das erlaubte, sehr flexibel mit den Schauspielern zu arbeiten, immer schnell neue Lösungen anzubieten, wenn der Regisseur wieder mal eine Szene komplett geändert hatte. Und bei einem Festival konnte ich die Musik sogar (mit Live als Instrument) live aufführen. Nomen est omen. Aber noch mal: das Programm funktioniert auch als „stinknormale DAW“ ausgezeichnet. Fazit: Natürlich lassen sich Äpfel schlecht mit Birnen vergleichen, ein Programm, was als Dreingabe mit einem Rechner kommt nicht mit einem 500 Euro teuren Spezialistenprogramm. Aber hier geht es ja um Tipps, nicht um einen ausgefuchsten Vergleichsbericht. Wer also gerne mit dem Computer Demos aufnehmen will, sollte mal über eine Apple nachdenken, da gibt’s die notwendige Software in guter Qualität und vor allem mit durchschaubarer Bedienung dazu (und andere Vorteile wie Sicherheit vor Viren und Würmern, ein bedienerfreundliches Betriebssystem etc.). Wer auf den Geschmack gekommen ist, findet bei Apple auch professionelle Programme (Logic), die dann leichter erlernbar sind, da die Bedienung grundlegend gleich ist. So kann man sich also schrittweise in den Profibereich hocharbeiten. Wer Lust hat, sich richtig einzuarbeiten und nach Erweiterung kreativer Möglichkeiten durstet, sollte sich mal bei ableton.com umschauen und das Demo von Live runter laden. Saure Pille dabei ist sicherlich der Preis und die Abwesenheit mitgelieferter Instrumente. Viel Spaß beim Ausprobieren, Improvisieren und Produzieren. Übrigens: Einen ausführlichen Test mit Bildern und ausführlicher Beurteilung zu Garage Band (ältere Version, konnte nur eine Spur gleichzeitig) habe ich unter http://homerecording.de/modules/news/article.php?storyid=252 veröffentlicht. Hier gibt es auch ein deutschprachiges Forum zum Thema Musik und Computer. Eine Übersicht über virtuelle Effekte und Instrumente findet Ihr hier: http://www.kvraudio.com/ (dabei sind auch einige kostenfreie, sogenannte Freeware).” Blockfish
Blockfish bildet einen analogen Kompressor nach und kann den Klang bei Bedarf auch etwas anzerren. Das macht einfach einen tollen Archtop-Sound, ähnlich wie über einen Röhrenamp gespielt (der verdichtet den Klang nämlich ebenfalls und fügt harmonische Verzerrung hinzu). Für mich das Beste, was man einer direkt eingespielten Gitarrenspur antun kann - ich rate zu subtilem Einsatz, wenig Kompression und ein wenig "Saturation" (fett anzerren, wa?). Das nette grafische Interface bietet die wichtigsten Regler, leicht verständlich und narrensicher. Im Innern kann man die Grundeinstellungen der einzelnen Parameter weiter "aufbohren". Im Innern? Bei Software? Nur ein Gag, aber das GUI (Graphical User Interface) lässt sich tatsächlich öffnen. Hersteller-Links Und hier ein Zitat von Christian Eckert an Stephan Neetenbeek zum gleichen Thema: “Ich nutze LIVE. Ich habe gerade eine komplette CD damit produziert und setze es live ein. Ich finde das Programm sehr livetauglich und interessant für Musiker die elektronische Komponenten in ihrer Musik haben. Es ist sehr zuverlässig und einfach zu bedienen, hätte es eine Logic vergleichbare Aufnahmequalität und ein Notenprogramm, wäre es ein super Allround-Programm.” |
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