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Workshop von Drago Baotic „Slash Chords“

Baotic“Slash Chords” ist eine von 24 Lektionen, die Drago Baotic im Internet als “Harmonielehre und Jazztheorie Online” anbietet. Am Ende des Workshops mehr Info dazu.

“Slash Chords”
1. Grundsätzliches:

Unter Slash Chords versteht man Dreiklänge mit einem zusätzlichen Basston. Theoretisch kann jeder beliebige Dreiklangtyp mit jedem Basston einen Slash Chord bilden. In der Praxis wird jedoch meistens der Durdreiklang verwendet, da er am kräftigsten klingt. Slash Chords sind besonders bei moderneren Jazzstücken beliebt, sie tauchen aber auch gelegentlich in der Pop- und Soulmusik auf. Als Akkordsymbol dienen zwei Buchstaben mit einem Schrägstrich (engl.: Slash) dazwischen.

Der erste Buchstabe kennzeichnet den Dreiklang und der zweite den Basston. So handelt es sich beispielsweise bei D/C um einen D Durdreiklang mit dem Ton C im Bass.

2. Bestimmung der Slash Chords

Es gibt zwei Methoden, alle Slash Chords zu bestimmen:

1) Man nimmt den gleichen Basston und stellt ihm alle 12 Durdreiklnge gegenüber.

2) Man nimmt den gleichen Durdreiklang und stellt ihm alle 12 Basstöne gegenüber.

Da man mit beiden Methoden auf die gleichen Ergebnisse kommt, ist es unerheblich, welche man anwendet. Wir untersuchen die Slash Chords nach der ersten Methode, wobei wir E als Basston nehmen.

E/E: ist nicht weiter erwähnenswert, da es sich um einen einfachen E Durdreiklang handelt. Das Symbol dafür bleibt nach wie vor E.

F/E: ist ein sehr interessanter Klang. Deutet man alle Töne auf den Grundton E um, hat man die Töne b9, sus4 und b13. Das kann man nicht als Vierklang in dem Sinne deuten. Die Skalen, aus denen F/E stammen könnte, sind phrygisch, lokrisch und HM5.

F#/E: Deutet man F#/E auf E um, erhält man die Töne 9, #11 und 13. Auch das kann man nicht als Vierklang bezeichnen. Die Skalen, aus denen dieser Klang kommen könnte, sind lydisch, mixolydisch#4 und die Ganzton-Halbtonleiter.
Man verwendet den F#/E gerne als Schlussakkord anstatt von Emaj7, da er etwas offener klingt.

G/E: klingt im Gegensatz zu den vorhergehenden zwei Akkorden nicht dissonant. Die Töne bezogen auf E sind min3, P5 und min7. Damit entspricht dieser Akkord einem E-7. Ob man ihn nun als G/E oder E-7 bezeichnet, hängt davon ab, wie genau man den Klang definieren will. Denn die Interpretationsmöglichkeiten von E-7 sind größer als von G/E.
G/E besagt sehr genau, dass es sich um einen G-Durdreiklang mit E im Bass handelt. Steht jedoch E-7 da, wird der Musiker vermutlich Tensions hinzunehmen wollen, was in einem anderen Klangbild resultiert.

Ab/E: Auf E bezogen enthält dieser Akkord die Töne maj3, min6 (oder aug 5) und maj7. Man könnte den Akkord also auch als Emaj7#5 bezeichnen. Dieser Akkordtyp stammt aus der harmonischen oder melodischen Molltonleiter und steht auf der Stufe bIII. In diesem Fall wäre Emaj7#5 ein tonleitereigener Akkord von C# harmonisch oder melodisch moll.

A/E: ist wiederum ein konsonanter Klang. Da E ein Akkordton von A-dur ist, macht es mehr Sinn, A als Grundton zu sehen. A/E ist demnach ein gewöhnlicher Durdreiklang mit der Quinte im Bass. In der Regel spielt man Dreiklänge meistens mit dem Grundton im Bass. Manchmal benutzt man aber die Terz oder Quinte im Bass, um das Klangbild interessanter zu machen oder eine melodischere Bassbewegung zu erzeugen.

Bb/E: Mit Bb/E haben wir wieder einen dissonanten Klang. Bezogen auf E handelt es sich um die Töne #11, min7 und b9. Damit könnte dieser Akkord aus folgenden Tonleitern stammen: lokrisch, alteriert und Halbton-Ganzton.

B/E: ergibt bezogen auf E die Töne P5, maj7 und 9. Man kann ihn sowohl als Dur- als auch als Mollakkord deuten, da keine Terz enthalten ist. Er passt somit zu E-maj7 (/9) und Emaj7 (/9).
Die Skalen: ionisch, lydisch, harmonisch moll und melodisch moll.

C/E: Da der Ton E ein Akkordton von C-dur ist, sieht man C/E als Durdreiklang mit der Terz im Bass an.

Db/E: Deutet man einige Töne um, bekommt man bezogen auf E die maj6, b9 und maj3. Man könnte den Akkord daher als E6/b9 bezeichnen, was aber keinen großen Sinn macht. Denn die dissonante Tension b9 würde man nicht in einem Sextakkord verwenden.
Da man den Akkord der Halbton-Ganztonleiter zuordnet, könnte man ihn dort als besonderen Klang verwenden.

D/E: ist ein sehr interessanter und weicher Klang. Auf E bezogen handelt es sich um die Töne min7, 9 und sus4. Man verwendet ihn als sus4-Akkord mit der Tension 9. Man kann ihn immer benutzen, wenn ein E7sus4 gefragt ist.
Die allgemeine Regel heit: sus4 = Grundton + Durdreiklang eine große Sekunde tiefer.

Eb/E: auf den Grundton E bezogen ergibt die Töne maj7, min3 und #11. Dieser Akkord macht alleinstehend keinen Sinn, könnte aber als Teil eines ganzverminderten Klangs stehen. Er stammt aus der Ganzton-Halbtonskala und klingt sehr spannend.

3.Songbeispiele und Übungen

Wie bereits erwähnt sind Slash Chords in moderneren Stücken sehr beliebt. Sie klingen offener und transparenter als die „herkömmlichen“ Akkorde.
Beispiele aus dem “Realbook”:

C  Eb/C  D/C  Db/C  C  (Green Dolphin Street)

F-  C/E  Ab/Eb  D7 (Here´s that rainy day)

F-  F-/Eb  F-/Db  F-/C  (Verwendung von Molldreiklängen) (Serenade to a Cuckoo)

Manchmal ist die Symbolschreibweise des “Realbooks” etwas irreführend, denn man findet beispielsweise das Symbol D7/C.

Theoretisch heißt es: D7-Vierklang mit C (der Septime) im Bass.

Gemeint ist aber: D-Durdreiklang mit C im Bass.

Erklärung: Sieht man den Ton C als Akkordton von D dur, dann ergibt sich ein D7-Vierklang. Da die Septime aber schon im Bass ist, muss man sie nicht nochmal in den oberen Stimmen spielen !

ähnliche Fälle: Dbmaj7/C, A-7/G. Hier verhält es sich genauso wie bei D7/C.

Übungen:

Übe alle gelernten Slash Chords auf deinem Instrument !

Bestimme alle Slash Chords mit Molldreiklängen ! Leite die Tonleitern her (wie oben) !

Versuche, Slash Chords in dir bekannten Stücken anstelle der üblichen Akkorde zu verwenden !”

Viel Erfolg bei der Anwendung der “Slash Chords” wünscht
Drago Baotic

 

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Zur Übung-Lektion 21 “Slash Cords”
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Slashchords

Harmonielehre und Jazztheorie Online” findet man im Internet unter www.jazztheorie.de . Dort bietet Drago Baotic einen 24-teiligen Harmonielehrekurs an, der von ihm online begleitet wird.

Interessant ist dies nicht nur für diejenigen, die eine Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule absolvieren möchten, sondern auch für Leute, die keinen Musikstudienplatz bekommen haben. Denn das Wissen, das er in seinem Online-Kurs vermittelt, ist nach seinen Angaben gleichzusetzen mit dem von Hochschulabgängern.

Zum Ablauf: Während des gesamten Kurses wird man von ihm persönlich betreut. Alles läuft über E-Mail, d.h. man bekommt in regelmäßigen Abständen Lektionen (als pdf-Datei) und dazugehörige Theorieaufgaben zugeschickt. Die pdf-Dateien sind im Gegensatz zu diesem Workshop-Exert auch notiert.

Außerdem bekommt man am Anfang eine Audio-CD mit Gehörbildungsaufgaben. Solange man am Kurs teilnimmst, kann man ihm die gelösten Aufgaben zur Korrektur schicken. Außerdem kann man Fragen bezüglich des Lernstoffs stellen, die beantwortet werden. Einstieg und Austieg sind jederzeit möglich. Mehr auf www.jazztheorie.de

 

Fragen, Anmerkungen etc. bitte im Forum           Zur Workshop-Übersicht

 

 

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