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JanJan Bierther “Walkie talkie”

“Walkie talkie” ist einer von mehreren Workshops, die Jan Bierther auf seiner Homepage im Internet anbietet. Schön ist, dass auch der Humor in Jan´s Workshop nicht zu kurz kommt.

“Willkommen, liebe Jazzer, seid ihr schon ganz mürbe von dem ewigen L5-gekaufe? Immer "Tears in heaven" im Shop gespielt? Spielt mal was mit Walkingbass. Begleitet damit eine Sängerin. Hört euch Thomas Fellow an.

Die Kombination von Akkorden und Walking Bass Linien ist erstmal schwierig genug, daher ist es sinnvoll, möglichst einfache Voicings (Akkordzusammensetzungen) zu verwenden. In unserem Beispiel "Walkie talkie", einem Jazzblues in zwei Chorussen (Durchgängen), bestehen die Akkorde aus je drei Tönen (Grundton oder Quinte im Bass, Terz und Septime).

Übt als erstes den Turnaround in den Beispielen. Spielt in Fingerstyle-Technik oder mit Hybridpicking (Plektrum und Finger) und experimentiert damit, die Basssaiten (meine Güte!) mit dem Handgelenk abzudämpfen. Nein, mit dem rechten. Tuck Andress demonstriert das in seinem Video sehr eindrucksvoll. Der Akkord fällt in Beispiel 1 auf eins und drei, es klingt daher etwas statisch. In Beispiel 2 wird der Akkord etwas verzögert, auf "eins und" bzw. "drei und". Das ist technisch etwas leichter, weil ihr mehr Zeit habt, den Akkord zusammenzubasteln. Langfristig klingt auch das ziemlich monoton. Richtig lebendig wird die Sache eigentlich erst bei einer gesunden Mischung aus beidem, siehe Beispiel 3.

VAwalkie_bsp1

"Walkie talkie" ist aus Platzgründen nur entsprechend Beispiel 1 notiert. Übt das ganze erst so, dann rhythmisiert wie in Beispiel 2 und erst anschließend abwechselnd bzw. rhythmisch freier.

Die Basslinien bestehen aus Akkordtönen und Durchgangstönen, meist chromatisch (in Halbtönen). Versucht, eigene Licks zu entwickeln. Ein Einstieg könnte auch wie folgt aussehen:

Verwendet aus Walkie talkie Chorus 1 Zeile 1, aus Chorus 2 Zeile 2 und aus Chorus 1 Zeile 3, danach das ganze umgekehrt. Zu billig? Geht taktweise vor. Natürlich müssen die ausgetauschten Takte an der entsprechenden Stelle im Chorus wieder auftauchen, Takt 5 kann also nicht an den Anfang verpflanzt werden, weil der Akkord nicht übereinstimmt. Takt 7 und 1 sind also jeweils austauschbar (beide C7). Vielleicht ist diese Methode etwas kopflastig, aber es soll einen Einstieg erleichtern, eigene Ideen zu entwickeln. Kann man eigentlich Takt 5 nach C transponieren, also die Tonlage verändern? Achtet trotzdem darauf, dass das ganze Taktverschiebe hinterher noch musikalisch klingt, schließlich ist auch eine Basslinie eine Melodie. Nichts für ungut, war nicht so gemeint. Transkribiert Basslinien von Platten, als Einstieg z.B. von Aebersold-Playalongs. Fragt euren Bassisten.

       VAwalkie2           VAwalkie3

Viel Spaß beim Üben, macht nicht so laut, und meldet euch mal per Email, wie ihr zurechtgekommen seid.”

Jan

Fragen, Anmerkungen etc. bitte im Forum               Zur Workshop-Übersicht

 

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