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Archtop-Germany Amps -Teste |
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Hier nun einige Teste und Erfahrungsberichte zu den Amps: - Thomas Carlitz “Ali Claudi Amp” - Ergänzung zum Reußenzehn “Archtop Tube”: Der neue Hall - Reußenzehn ”Archtop Tube” Amplifier - Reußenzehn EL 34 Powerstation - Reußenzehn “Black Face” Preamp - Henriksen Jazzamp Convertible
Ein erstaunlicher lauter, kleiner und leichter Vollröhren-Gitarrenverstärker „Ich kenne Thomas Carlitz nunmehr seit etlichen Jahren und habe einige seiner handgebauten Amps gehört und angespielt. Er ist ein exzellenter Amp- Bauer der genau zuhört. Unser Vorgespräch dauerte gerade mal 15 Minuten. Ich selbst spiele seit 50 Jahren Vollröhren - Amps. Jetzt hat Thomas mir nach meinen Soundvorstellungen und Sonderwünschen einen kleinen , leichten Amp gebaut ( 14 Kg, 35 Watt, Vollröhre ( incl . Gleichrichterröhre ), der mich voll überzeugt. Die Basis ist der „FENDER TWEED DELUXE 1957“, allerdings mit 2x 5881 , 12AX 7, 12 AY 7, und GZ34, Maße 41 x 51 x 24. Bei den ersten Einsätzen mit meinen recht lauten Bands THE GROOVE und BOOGIE WOOGIE COMPANY hörte ich die erstaunliche Power des Amps, klare Wiedergabe der Gitarre, höchste Reagibilität auf Anschlagsdynamik. Meist ist der ungeübte Spieler mit dieser präzisen Wiedergabe überfordert. Bei Überbrückung der beiden Eingänge hat man über den zweiten VOL- Regler die Möglichkeit, mehr Bass zuzugeben. Die Höhen sind sehr harmonisch, die Soundfülle enorm. Der Gesamtsound ist fett, druckvoll und per Anschlag gut zu steuern. Das liegt auch am Speaker ( 12 Zoll Jensen Neodym, 100 Watt, 102 dB ).Thomas hat außerdem eine Umschaltung von PENTODE 35 Watt auf TRIODE 20 Watt einebaut sowie Umschalung von 8 OHM auf 4 OHM. Ich glaube, mehr braucht ein Jazzmusiker nicht --hinstellen, Kabel rein, wohlfühlen.” Ali Claudi Hier noch ein paar Anmerkungen des Herstellers: Folgende Eigenschaften sollte der Amp laut Ali Claudi haben: - ein "großen" und "vollen" Ton soll er haben - es soll ein Combo sein - er soll sich anlehnen an die klassischen Vorbilder, also einfache Bedienung und Aussehen - leicht soll er sein - ein Soundverhalten, welches bei stärkerer Ansteuerung in die beliebte Verzerrung geht, ohne zu aufdringlich zu sein - eine Umschaltung von Pentode zu Triode ist Pflicht.
Dieses klassische Design hat auch einige Schwächen, welche daher nicht alle Anforderungen von Ali erfüllen können.Aufgrund meiner Erfahrung im Verstärkerbau, kannte ich die Stellschrauben, dieses klassische Modell für Ali anzupassen. Das grundlegende Design dieses Verstärkermodells ist geblieben, verändert wurden einige wesentliche Bauteile im Klangweg. Dazu gehört geänderte Ein wesentlicher Schwerpunkt bei der Erstellung des Verstärkers wurde auf die Betriebssicherheit gelegt. Dazu wurden unter anderem Röhrentypen aus dem Militärbereich eingesetzt und thermisch belastete Bauteile großzügig dimensioniert. Die Feinabstimmung der gesamten Tonkette: Gitarre - Verstärker - Lautsprecher hat die meiste Zeit in Anspruch genommen. Der Verstärker bietet einen weiten, nuanciert einstellbaren Ton mit rundem Bass und angenehmen Höhen. Die Regelbereiche der Lautstärke - und Tonregler sind ausgelegt um auch kleinste Nuancen einstellen zu können. Durch die vier nutzbaren Eingänge, lassen sich für die verschiedensten Gitarrentypen ideale Ergebnisse erzielen. Weitere Informationen zu mir gibt es hier: www.threemen.de oder auch gerne an thomas@threemen.de “ Thomas Carliz
Thomas Reußenzehn hat, nach entsprechender Nachfrage( u.a. Meinerseits), seinen Archtop Tube mit Hall ausgestattet. Das war für ihn gar nicht so einfach, weil eben auch kaum mehr Platz an Bord ist und sein Klangfanatismus ihm keine Kompromisse erlaubt, aber ihm ist wieder einmal ein Stückchen Elektronikgeschichte gelungen. Reußenzehn hat dafür eigens eine ganz neue Hallschaltung kreiert, die den eigentlichen Klang des Verstärkers unangetastet lässt. Wer da nun als Zwischenrufer „na und, ist doch wohl normal“ rufen sollte, der irrt gewaltig. Bisher hat jede Hallschaltung den Grundsound des Signals beeinflusst. Das ging so weit, dass ich selbst mal ein Hallgerät, dessen bekannten Namen ich hier vorsichtshalber verschweige, in die Mülltonne geworfen habe. Reußenzehn kann zurecht sehr stolz auf diesen Coup sein, denn das ist wirklich etwas Besonderes (Elektronikspezialisten sprechen in diesem Zusammenhang von einer Sensation). Auch der Hall selbst hat keine Nebengeräusche wie Rauschen, Scheppern etc. Das ist fast genau so sensationell. Das allerbeste für all diejenigen, die schon ein Reußenzehn-Gerät ihr eigen nennen: Reußenzehn rüstet die Geräte problemlos nach. Das habe ich mit meinem Archtop-Tube bereits machen lassen und es ist wirklich klasse. Der Hall verfügt über viel Tiefe, so dass er auch als echter Effekt nutzbar ist. Für mich selbst reicht eine minimale Einstellung des Reglers (auf der Rückseite des Amps) völlig aus, da ich den Hall nicht als „Effekt“ benutze, sondern nur ein wenig Raumtiefe brauche. Der Hall ist zu Recht das I-Pünktchen im Archtop-Tube. Danke lieber Thomas!
Thomas Reußenzehn hat nach einigen Gesprächen mit Archtop-Germany und anderen Jazzgitarristen nunmehr einen Röhrenamp entwickelt, der mich ab dem ersten Ton sofort überzeugt hat. Der Verstärker wird weltweit hier nun erstmals vorgestellt.
Mit einer traditionellen Bestückung von 2 x 6L6 / 2 x 12 Ax 7 Tubes, leistet der Verstärker mit einer Minimalgröße von 19 x 20 x 21 cm satte 30 Röhren Watt bei nur 5 Kg Gewicht ! Immer wieder für mich erquicklich, die einfachste Bedienung: Volume, Treble, Mid und Bass. Eine neue, sehr effektiv arbeitende Klangregelung, lässt alle möglichen Soundvariationen von sanft und warm (fast schon „daumig“) bis hin zu höhenreichen Sounds, die auch Country-Gitarristen zu schätzen wüssten. Diese ungeheure effektive Klangregelung ist gerade für Gitarren ohne Klangregelung sehr interessant.
Im Vergleich mit einem alten Fenderamp und einem Mesa Boogie MK3 hat mich der kleine Reußenzehn absolut überzeugt. Ein typischer Fall von einklinken und KLINGT. Am Amp können maximal zwei Lautsprecherboxen mit einer Impedanz zwischen 2 und 16 Ohm angeschlossen werden. Für Recording bzw. Erweiterung steht ein potentialfrei-symmetrischer Line Ausgang zur Verfügung. Das abgebildete Setup zeigt die kleine, passende 12 Zoll Lautsprecherbox mit einem hochwertigen Eminence Guitar Speaker, Größe 35 x35 x20 cm, Gewicht 6Kg! Die Weinflasche ist nicht im Setup inbegriffen, sondern dient der Veranschaulichung der Größenverhältnisse ;-)) Thomas Reußenzehn fertigt diesen Verstärker persönlich von Hand in hochwertiger Point to Point Verdrahtung mit allen hochwertigen Bauteilen und Röhren. Als Vorausschau kann ich schon berichten, dass Reußenzehn an einem Case für den kleinen Amp arbeitet, das gleichzeitig eine hervorragende kleine Lautsprecherbox ist. Sie wird nach Fertigstellung ebenfalls hier vorgestellt. Hier noch mal die großen Pluspunkte des Gerätes:
Lieber Thomas, gratuliere zu dem Gerät. Es ist genau das, was ich gesucht habe. Preise: Reußenzehn Archtop Tube € 990,- 12er Box- Baby € 290,- mehr auch bei Reußenzehn selbst: hier Andreas Polte
Henriksen Jazzamp 12R ( www.jazzamp.com ) von Oliver Kuiper
Der Vertrieb in deutschen Landen ist jetzt von Liberty Music (www.liberty-music.de) in Neustadt übernommen worden. Dort sind mittlerweile viele Modelle zum Antesten vorrätig. Mit der Post kam dann gut verpackt ein 12R bei mir an. Nach dem ersten Öffnen bestätigt sich auch hier der Eindruck eines solide verarbeiteten Verstärkers. Technische Daten sind auch hier auf der Herstellerhomepage oder beim deutschen Vertrieb in aller Fülle zu erfahren. Der 12R ist von der Größe schon ein anderes Kaliber als der Convertible. Im Vergleich zu einem Polytone Minibrute II ist er etwas tiefer in Richtung Würfel gehend gebaut. Ansonsten ein ganz normaler Gitarrenkombo. Im Design ist er schon sehr an Polytone orientiert, was ja nicht schlecht sein muss. Auch der 12R ist recht schlicht ausgestattet. Lediglich Hall, Line Out (XLR) und ein Spannungswahlschalter kommen hinzu. Mehr braucht man aber auch nicht... Der Korpus hat einen Kunststoffüberzug mit Lederoptik. Für den Stand sorgen vier Gummifüße.
Wo liegt jetzt der Unterschied? Der 12“ Speaker bietet im Gesamtklang ein etwas runderes Klangbild. Die tiefen Frequenzen sind etwas präsenter, während sie im mittleren Frequenzbereich etwas weicher erklingen. Im Gesamtklang wird dem Ton etwas mehr Raum gegeben. Beim 10“ Speaker kommt der Ton nicht so breit gefächert, was sicherlich daran liegt, dass er mittenpräsenter und direkter klingt. Ganz klar muss gesagt werden, dass beide Varianten sich in Punkto Tondichte/Wärme und Präsenz in nichts nachstehen!!! Aufgrund der hervorragenden Klangregelung kann man in die Richtung des jeweils anderen Regeln, wobei der 10“ Speaker im tiefen Bereich natürlich an seine Grenzen stößt. Richtig auffällig wird dieses aber erst beim Einsatz der tiefen siebten Saite. (Anmerkung der Red.: Oliver Kuiper ist Seven.String Archtopper). Mich erinnert der Sound der siebten Saite immer ein wenig an den Ton Howard Alden. Mit dem 12“ Speaker wummert es dann ordentlich aus dem Speaker. Gedanken an eine Basszusatzbox kommen gar nicht erst auf. Laut Hersteller sei der 12“ Kombo ja auch für den gelegentlichen Einsatz als Bassverstärker geeignet... Lautstärke und Leistung sind beim 12R absolut ausreichend. Wo er nicht mehr reichen würde, steht bestimmt eine PA. Der Convertible hat im letzten Viertel noch etwas mehr Leistung und ist etwas lauter. Beeindruckend, wie auch bei voll aufgedrehtem Volume der Ton nicht übersättigt und gleichbleibend klar und deutlich bleibt. Weiterhin habe ich den Verstärker noch mit einer Franz Champagne 7 (laminiert mit Kent Armstrong) getestet. Hier ändert sich das Klangbild nur in Bezug auf die bauartbedingten Soundspezifikationen des Instrumentes. Jeder der den Amp testet, sollte mal versuchen, ihn fast voll aufzudrehen, um dann minimal die Lautstärke an der Gitarre aufzudrehen. Erstaunlicherweise kann auch hier sofort ein sehr fetter, präsenter Ton erzielt werden, der einen aber sofort in den klanglichen Sphären eines Jim Hall versinken lässt... Fazit: Der Henriksen Jazzamp ist, wie der Convertible, ein hervorragend gelungener Gitarrenverstärker mit der Zielrichtung im Jazz eingesetzt zu werden. Klanglich werden keine Kompromisse eingegangen und die Zitate prominenter Archtop-Spieler haben ihre Berechtigung. Für mich ist es ebenfalls die ultimative Lösung eines Jazzgitarrenvertärkers. Ob nun 10“ oder 12“ hängt vom persönlichen Geschmack ab. Wobei ich finde, dass der 10“ sehr gut für große, laute Besetzungen geeignet ist da der Ton etwas direkter daherkommt. Er durchschneidet den Gesamtsound mehr. Nimmt die Gitarre mehr Raum im Klanggefüge ein, ist sicherlich der 12“ die bessere Wahl. Auch als Allroundlösung halte ich den 12er für die bessere Variante Transportabler ist eindeutig der Convertible, bzw. selbstverständlich auch der 10“ Kombo. Aber auch der 12R ist für jedermann gut zu bewältigen. Preislich liegt der 12R um die 850 Euro. Bei Interesse einfach melden unter kontakt@oliverkuiper.de Oliver Kuiper Henriksen Jazz Amp Convertible ( www.jazzamp.com ) von Oliver Kuiper
Der Black Face von Reußenzehn holt schon eine ganze Menge Schub raus und klingt wie hier in Archtop-Germany beschrieben wirklich gut. Leider lieferte die Kombination AER AC3 und Black Face dauerhaft kein befriedigendes Ergebnis. Was nun? Klein, laut, durchsetzungsfähig und günstig sollte es wenn möglich sein. Nach diversen Forumsdiskussionen in amerikanischen Foren habe mich dazu entschieden einen Jazz Amp Convertible von Henriksen zu bestellen. Da ging es dann auch los. Kein Vertrieb in Deutschland, der nächste in Den Haag. Aufgrund des niedrigen Dollarkurses habe ich dann direkt bei Henriksen in der USA bestellt, per Kreditkarte bezahlt und sechs Tage später (inkl. Wochenende und Zoll) war der Verstärker dann da. Aufgrund der vielen positiven Kommentare prominenter Jazz Amp Spieler auf der Jazz Amp Homepage waren die Erwartungen entsprechend hoch. Die technischen Details lassen sich in aller Fülle auf der Hersteller Seite (www.jazzamp.com) in Erfahrung bringen. Lieferumfang: Box mit 10“ Speaker, Top Teil, Speakerkabel (Klinke – Klinke), Tasche, Netzkabel. Alles war sorgfältig verpackt. Zuerst ein Mal habe ich mich erschrocken wie klein die einzelnen Teile sind.. Auf den Bildern des Herstellers sieht das Gerät gigantisch aus. Das ganze ist nicht viel größer als ein Acousticube. Im Einzelnen: Das Topteil macht einen sorgfältig verarbeiteten Eindruck. Der Verstärker ruht in einem sauber lackierten Blechgehäuse. Die Potis und Schalter sind sauber eingesetzt und alles läuft ohne Probleme, wobei die Potis vielleicht schon etwas zu leicht gehen (Verstellen sich in der Tasche schnell). Auf der Vorderseite sind die EQ-Potis, Line Out (XLR), Reverb Regler sowie der Powerschalter angebracht. Dieser leuchtet in Betrieb rot. Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich die Kühleinheit, zwei Speakeranschlüsse sowie Netzteil Eingang und ein Spannungswahlschalter. Alles ohne Beanstandung verarbeitet. Für den stabilen Stand sind an der Unterseite vier „Gummifüße“ angebracht. Der 10“ Speaker ist sauber in das Boxengehäuse eingelassen und verschraubt. Das Boxengehäuse hat einen granitähnlichen Kunststoffüberzug. An der Oberseite ist ein Tragegriff angebracht. Gummifüße sorgen auch hier für einen sicheren Stand.Das Boxenkabel macht einen „dicken“ und hochwertigen Eindruck. Die Tasche zeigt sich als sehr geräumig und nützlich. Im Innenraum lässt sich neben dem Amp noch das Ein oder Andere verstauen. Die Verarbeitung der Tasche macht einen sehr robusten Eindruck, aber das wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen… PRAXIS: Verkabelt, angeschlossen, funktioniert. Zu Hause habe ich den Amp mit meiner Sonntag-Archtop mit Floating Kent Armstrong PAF und einer Ibanez GB200 getestet. Beim ersten Anspielen merkt man, dass der Verstärker hält was versprochen wird. Der Ton springt einen wahrlich an. Fett und druckvoll kommt es aus dem Speaker. Der Klang der Gitarre wird sehr gut und unverfälscht übertragen. In allen Lagen wird der Ton gleichmäßig wiedergegeben. Keine Tonlage wird als übermäßig laut oder leise empfunden. Der Verstärker klingt wirklich gut. Laut Hersteller ist der Clou des Ganzen die Klangreglung, die anders als bei Standardregelung die einzelnen Frequenzbänder direkt anspricht. Es funktioniert einwandfrei. Mit meiner siebensaitigen Sonntag müsste ich im Bassfrequenzbereich etwas mehr geben. In der Situation mit Kontrabass nehme ich die Bassfrequenzen etwas zurück. Der Ton bleibt immer noch voll genug, ordnet sich aber ein wenig unter. Die Anderen Frequenzen bleiben davon weitestgehend verschont, also kein Kompromiss. Der Gesamtsound wird nicht dünner wenn der Bass zurück gedreht wird… Super Sache. Die Potis arbeiten in jede Richtung um je 10 db. Ich muss zugeben, dass das Ganze zuerst etwas gewöhnungsbedürftig ist. Mit der GB200 arbeitet der Verstärker ebenfalls gut zusammen. Durch die elektrische Bauweise hat sie noch etwas mehr Substanz im Ton. Der Gesamtklang kann als sehr warm/dunkel und ausgewogen und wirklich fett beschrieben werden. Der Klang der Gitarre steht dabei eindeutig im Vordergrund. Nuancen werden deutlich wiedergegeben. Das der Hersteller den Sound eines Polytone Verstärkers als Arbeitsgrundlage genommen hat, ist nicht mehr wahrzunehmen. Es klingt nach Gitarre und nicht nach Polytone ;-) Der eingebaute Hall lässt sich nicht editieren oder anpassen. Lediglich die Intensität des Halls lässt sich über einen Poti Regeln. Der Hall kling relativ kurz und kann als kleine Unterlage, um das Ganze etwas zu öffnen, verwendet werden. Als eigenständiger Effekt kann er nicht glänzen. Für mich ist er aber so ausreichend.Der Ton des Verstärkers braucht grundsätzlich keinen Hall. In lauten Situationen zeigt der Kleine wieder seine Stärke. Der Ton ist immer fett und präsent. Im Vergleich zum AER AC ist der Ton wesentlich dichter und präsenter. FAZIT: Ich muss zugeben, dass ich als jahrelanger AER Spieler mich erst ein paar Minuten an den direkten Ton gewöhnen musste. Aber das ging schnell vorbei (dazu später mehr). Der Kleine kann genau das, wonach ich gesucht habe. Er verstärkt meine Gitarre in allen Bereichen ohne dass ihm die Luft ausgeht. Im Vergleich zum AER AC2 und 3 hat er da einen deutlichen Vorteil. Auch die Klangreglung weiß mich bislang zu überzeugen. Ich bin mal auf die ersten Extremräumlichkeiten gespannt. Die Ausstattung des Verstärkers ist eher „sparsam“ ausgelegt. Da kennt man anderes, aber hat man das als Jazzer je wirklich gebraucht ??? In Punkto Leistung / Größe / Bedienerfreundlichkeit bin ich mehr als zufrieden. Als Negativpunkt muss der Hall genannt werden. Zu viel darf man ihn nicht einsetzen. Noch ein Mal zum Vergleich mit dem AER: Der AER ist definitiv der König der leisen Töne. Der Jazz Amp klingt leise genauso gut wie laut. Aber was es angeht einen räumlichen luftigen Ton zu gestalten ist AER ungeschlagen, was nicht zuletzt an den vorzüglichen Hallprogrammen liegt. Ich werde in Zukunft zweigleisig fahren. Klar kann der Jazz Amp nicht wie eine Röhrenamp klingen, aber er kommt in Punkto Tondichte und Sättigung verdammt nahe ran. Ein Polytone ist kein Vergleich. Er ist eben für Spieler geeignet, die nach Polytone klingen möchten. Da entscheidet zum Glück der Geschmack. Wer Interesse hat kann mich gerne Kontaktieren. Oliver Kuiper ( kontakt@oliverkuiper.de )
Cream Tweedsound 15 von Christian Eckert
Vor einiger Zeit habe ich den Cream TweedSound 15 entdeckt der mich positiv überrascht hat, da er sehr gut klingt, hochwertige Bauteile verwendet wurden (gute mechan. Eigenschaften) und dies zu einem extrem moderaten Preis von 749,-€?. Der Amp ist mit seinen 12 Watt laut genug um sich mit Band in einem Club durchzusetzen, dazu trägt die 2 x 12AT7 Röhrenbestückung der Vorstufe bei, welche einen längeren Clean-Betrieb erlaubt. Ich habe nun schon einige 5E3-Amps von unterschiedlichen Herstellern besessen und getestet und oft war der Speaker Schwachpunkt. Beim Cream transportiert der Speaker den Sound wunderbar ausgewogen, nicht zu fett im Bassbereich und sehr warm in den Höhen, was den Amp Ideal für die Verstärkung von Archtops (Höfner Chancellor) macht. Aber auch mit einer Semiacoustic (Höfner Verythin JS) klingt der Amp sehr gut, druckvoll und durch den höheren Output der Pickups geht er sehr schön in den Crunchbereich über, welchen man durch den Anschlag bestimmen kann. Der Klang des Verstärkers überzeugt mich derart, dass ich überlege auf die Nutzung eines Halls gänzlich zu verzichten. Es freut mich Endorser des Cream TweedSound 15 zu sein, da es ein Amp ist der ganz meinen Vorstellungen entspricht und den ich gerne weiterempfehle, besonders bei diesem für einen handverdrahteten Röhrenamp extrem günstigem Preis. Bezugsquelle: www.twinsound.de www.christianeckert.com www.myspace.com/christianeckert
“So, da ist er nun, der neue Hi-End-Würfel von AER. Als jahrelanger Spieler eines Acousticube II war ich ja entsprechend verwöhnt, was klaren und durchsichtigen Sound angeht und so hatte ich nicht unbedingt die allergrößten Erwartungen, was ein neues Modell des erfolgreichen Klassikers anging. Aber schon in einem kurzen, aber informativen Gespräch mit Herrn Rösner wurde ich deutlich neugieriger: “Wir haben so gut wie nichts unangetastet gelassen bei dem Acousticube 3; es ist praktisch ein völlig neuer Amp, der nur die Form und den Namen mit dem Vorgänger gemein hat. Wir waren selber überrascht, um wie vieles besser der Amp geworden ist...” Der Direktvergleich der beiden Amps bringt es deutlich an den Tag: Herr Rösner hat nicht übertrieben, hier wurde wieder kompromisslos alles getan, um den Amp noch besser und an den Musikeralltag an zu passen. Der 3er ist tatsächlich gerade für den Anwendungsbereich Archtop-Gitarre noch viel interessanter geworden, er hat eine deutliche Verbesserung in der Dynamik, der Natürlichkeit des Tons und mehr Wärme und Präsens. Für die Archtops sind insbesondere die beiden Punkte Dynamik und Wärme die Highlights der Verbesserungen, denn da waren die beiden dezenten Mankos der älteren Modelle. So benutzt nun beispielsweise Michael Sagmeister auch mit einer Archtop den neuen 3er im Studio, wenn er einen warmen Jazzton haben möchte (siehe Interview). Auch die Übertragung von anderen Signalen, wie zum Beispiel Violine und Gesang, ist deutlich verbessert worden. Natürlich ist auch der Hauptanwendungsbereich, die Verstärkung von akustischen Gitarren, entsprechend luftiger und natürlicher im Ton geworden, gerade hier ist der Amp sicher die neue Referenzklasse. Im Einzelnen: Der Amp hat nun zwei gleiche Kanäle, deren Charakteristik man über einen Mode-Schalter vorwählen kann: Von Piezo über Line zu Mikrofon vertragen beide Kanäle alles, was man so an Eingängen braucht. Sogar ein Elektret/Piezo Kombi-Modus ist vorhanden. Natürlich kann man auch wieder Phantomspeisungen 9V (Line-Funktion) und 48V (Mikro-Funktion) zuschalten. Auch die Schalter “pad” zur Anpassung der Eingangsempfindlichkeit und “colour” zur Aktivierung des konturierenden Mittenfilters sind wieder vorhanden. Neu ist auch ein Mute-Schalter, der den Kanal stummschaltet. Die Eingangsbuchsen sind praxisorientierter geworden, an der Frontseite befinden sich nunmehr nur 2 Instrumenten-Klinkenbuchsen, der zum Kanal 2 parallel liegende Mikrofoneingang mit XLR ist an der Rückseite angebracht. Neu ist auch ein Cinch-aux-in, an dem CD-Player o.ä. angeschlossen werden können. Viel hat sich in der Effekt-Sektion getan. Dort befindet sich nunmehr ein 32-Bit-Digitalprozessor, dessen Presets sehr den Anforderungen der Praxis gerecht werden. Allein die Hallprogramme sind deutlich vielfältiger, in absoluter Studioqualität und lassen keine Wünsche offen. Von verschiedenen Räumen über Hallen, Kirchen, Kathedralen, Glasräumen, Korridoren bis zu sehr speziellen Hallsituationen wie Swimmingpool, Bahnhofshalle, Open Air, Piazza, Wald und Alpen reicht allein die Bandbreite der angebotenen Hallanwendungen. Ergänzt wird dies durch durch speziellere Programme wie z.B. Delays, Chorus und Flanger. Sämtliche Effektprogramme sind über einen USB-Anschluss änderbar; so kann man auch noch den letzten individuellen Schliff in die Effektprogramme bringen. Was technisch im Inneren des Amps geändert wurde, ist für den “einfachen Anwender” nicht so interessant - die Änderungen haben jedenfalls den oben beschriebenen hörbaren Effekt - mehr Wärme, Natürlichkeit, Transparenz, Dynamik. Wer sich für technische Details interessiert, der sei auf die Homepage von AER verwiesen. Im Lieferumfang befinden sich auch die sehr transporttaugliche Tasche, die mehrere Seitenfächer für Zubehör enthält, sämtliche Kabel (Netz, USB, 8-Pol-DIN), ein Fußschalter, CD mit Software für die Effektsektion, und die erforderlichen Bedienungsanleitungen. Fazit: Was AER an dem Acousticube 3 vollbracht hat, grenzt an ein kleines technisches Wunder. Der Sound des Amps ist “eins A” und nur mit einer guten PA vergleichbar, die auf gitarristische Bedürfnisse getrimmt wurde. Bei soviel purem Sound und Möglichkeiten bin ich nach wie vor der Meinung, dass die unverbindliche Preisempfehlung von 2.100,00 Euro in Ordnung ist. Klar ist das viel Geld, aber wenn man sich eine Archtop weniger kauft, hat man das sofort wieder drin ;-) Die anderen Gitarren werden es jedenfalls danken.
AER Compact 60 von Stephan Neetenbeek
Waren die ersten Produkte noch im Hochpreis-Segment angesiedelt, ist seit einigen Jahren der Trend zu preiswerteren Verstärkern erkennbar, die aber die Markenwerte dennoch transportieren sollen. Hochwertig und natürlich? So sollten doch auch Archtops verstärkt werden. Grund genug zu testen, wie sich die Verstärker mit diesem Instrumententyp vertragen. Äußerlichkeiten Mein Compact 60 ist einer der kompaktesten Kofferverstärker mit bühnengerechten Leistungsdaten, die ich kenne. Hier macht sich der mit 8’’ sehr kleine Lautsprecher positiv bemerkbar. Das robuste Holzgehäuse ist mit schwarzem Strukturlack überzogen, die Elektronik selbst sitzt in einem weiß lackierten Metallgehäuse. Regler und Anschlussbuchsen machen einen hochwertigen und robusten Eindruck. Der Speaker ist mit einem Lochblech mit aufgeklebtem Schaumstoff optimal geschützt. Am integrierten Schalengriff lässt sich der mit 9 kg angenehm leichte Koffer gut tragen. Am Gehäuseboden ist ein Gewinde eingelassen, um den Amp auf eine Standard-Mikrofonständer zu montieren. Eine gepolsterte Hülle wird mitgeliefert, zusätzlich kann auch eine Tasche mit Schulterriemen erworben werden. Ausstattung Der kleine Verstärker besitzt zwei in der Lautstärke regelbare Kanäle, wobei Kanal 1 mit Klinkeneingang und Dreiweg-Klangregelung für die Verstärkung von Instrumenten optimiert wurde. Hier finden sich je ein Schalter für die Anpassung der Eingangslautstärke sowie ein „colour“ bezeichnetes Preset für die Klangregelung, das einer Loudness-Taste bei Hifi-Anlagen (Mitten raus, Höhen und Bässe verstärkt) entspricht. Kanal 2 mit seiner Zweiweg Klangregelung und einer XLR-Klinkenkombibuchse mit 24 Volt Phantomspeisung auf die Verstärkung von Mikrofonen ausgelegt, man kann aber hier ebenfalls die Gitarre anschließen. Ein digitales Effektgerät mit vier Presets (2 x Hall, Chorus + Hall, Flanger) lässt sich in der Lautstärke regeln sowie anteilig den Kanälen zuordnen. Die Anschussmöglichkeiten sind mit Einschleifweg, Fußschalteranschluss, DI Out (ohne Effekte), Line Out (mit Effekten) sowie Klinkenbuchsen für Stimmgerät und Kopfhörer vollständig. Praxis Der kleine Würfel verstärkt eine angeschlossene Archtop sehr ehrlich, offen und mit erstaunlichem Druck. Ich selbst spiele eine Ibanez, hatte aber auch schon Gelegenheit, den Amp mit einer Benedetto Manhatten zu füttern. Beide Instrumente werden sehr exakt, luftig und transparent verstärkt. Schön ist vor allem, dass auch die Höhen des Instruments warm und realistisch wiedergegeben werden, ein Polytone klingt dagegen richtig topfig. Mit der Klangregelung kann man den Klang aber auch in diese Richtung verbiegen, wenn es denn sein muss. Ich nehme seit einiger Zeit meine Gitarre immer direkt auf, der AER holt diesen Sound besonders bei aktiviertem Colour-Schalter sehr schön auf die Bühne und ist laut genug, mittlere Clubs zu beschallen und sich auch gegen einen Schlagzeuger durchzusetzen. Ich hatte in der Praxis keine Probleme bei Konzerten mit ca. 100 Zuhörern. Braucht man mehr Lautstärke, lässt er sich über DI- oder Line-out einfach mit einer größeren Beschallungsanlage verbinden. Sicherlich ersetzt er keinen Röhrenverstärker, der hat einfach eine ganz andere Charakteristik, formt den Klang der Gitarre wesentlich mehr (und produziert dabei sehr gerne schon früh Feedbacks). Bei den Effekten wird man wohl am ehesten einen dezenten Hall benutzen, um dem Klang ein wenig Luft und Raum zu geben – was gut funktioniert und meines Erachtens besser kingt als ein kultig-scheppernder Federhall. Wie gesagt, hier geht es um Natürlichkeit, wer den Klang verbiegen möchte, wird mit anderen Verstärkern glücklicher. Auch das Preset Chorus + Hall klingt gut, wenn man das mag. Mit dem zweiten Kanal lassen sich einige Dinge anstellen, z.B. ein Gesangsmikro vollwertig verstärken, um in George Benson Manier die eigenen Soli mitzusingen (oder einfach für Ansagen) oder auch, um zusätzlich das Instrument mit dem Mikrofon abzunehmen, um eine noch natürlichere Wiedergabe zu erreichen. Die unscheinbare Gewindebuchse am Gehäuseboden ist sehr praktisch, denn sie erlaubt es, mithilfe eines Mikroständers den Verstärker wesentlich besser zu platzieren, um sich zu hören und gehört zu werden. Ich habe auch mal versucht, wie sich der Verstärker mit anderen Instrumenten anfühlt: Eine Lapsteel-Gitarre wurde sehr gut wiedergegeben, ebenso war es möglich, Stratocaster und Telecaster zu verstärken, das gibt natürlich wieder den Direkt-ins-Pult-Sound. Akustische Gitarren mit Tonabnehmer sind auch kein Problem – dafür wurde der Amp ja konzipiert. Bassgitarre und Fender Rhodes funktionierten nicht, da fehlt es dann doch an Volumen. Kritikpunkte Der Verstärker ist mit rund 800 Euro nicht ganz billig, der Gehäuselack ist etwas kratzanfällig und ein Vintage-Ton wie von einem guten Röhrenverstärker ist hier nicht möglich. Verzerrer klingen aufgrund des Breitbandlautsprechers schlimm. Fazit Der AER Compact ist ein kompakter, leichter und hochwertig-natürlich klingender Verstärker, der sich auch mal in der U-Bahn leicht transportieren lässt. Den Sound würde ich als modern und direkt bezeichnen. Durch die Möglichkeit, zusätzlich ein Gesangsmikrofon auf clubgerechte Lautstärke zu verstärken, macht er das Musikerleben im Club oft leichter – eine Gesangsanlage wird - zumindest für Gelegenheitseinsätze nicht mehr benötigt. Wechselt man bei einem Stück mal zur Flat-Top, wird diese auch optimal verstärkt. Die Bedienungselemente und Anschlüsse sind überschaubar und praxisgerecht. Verglichen mit dem „Standard der Jazzgitarrenverstärkung“, dem Polytone, bietet der AER meiner Meinung nach den besseren Sound, mehr Einsatzmöglichkeiten und ein besseres Preis-Leistungsverhältnis.” AER Acousticube II von Andreas Polte “Was Stephan Neetenbeck über AER im allgemeinen und über das Handling eines AER-Amps im Speziellen geschrieben hat, bedarf keiner Ergänzung durch mich, denn das hat Hand und Fuß. Daher beschränke ich mich auf die speziellen Belange des Acousticube II, den ich seit vielen Jahren im Live- und Studioeinsatz habe. Das wichtigste zuerst, der Sound: Meine Archtop, zuerst eine Gibson “Johnny Smith”, nachher eine Gibson Super 400, wird absolut klar und deutlich, mit den fein nuancierten Höhen der Fichtendecke, warmen Mitten und genügend Bass übertragen. Das alles ohne Rauschen. Die Klangregelung ist hervorragend in der Lage, einzelne Nuancen deutlicher hervortreten zu lassen, oder zu unterdrücken. Für viele Akustiker ist der “Coulor”-Schalter interessant, er senkt die Mitten und verstärkt die Höhenanteile. Bei den hinteren Bedienungselementen findet sich noch eine weitere Höhenreglung für die höchsten Frequenzen. Die Effektsektion ist vielfältig ausgelegt, in meiner Spielpraxis benötige ich jedoch nur Programm 04, einen sehr hochwertigen und feinen Hall. Als ich den Amp noch recht neu hatte, habe ich bemerkt, das der Rauschanteil in meinem Effekt recht hoch war; er war deutlich höher als der eines anderen Acousticubes. Ein Anruf und ein Besuch bei AER hat das Problem behoben: Vollkommen nett und sehr professionell wurde alles geregelt: Das Effektgerät wurde ausgetauscht, das Rauschen war deutlich geringer als vorher. Weil mein AER noch ein paar schöne Macken am Gehäuse hatte, hat man das auch gleich mit ausgetauscht. Kostenpunkt? Null! Mit seinen 120 Watt (an 8 Ohm) und einem guten Wirkungsgrad des Lautsprechers kann dieser kompakte Würfel ganz schön laut werden; aber das muss man nicht. Interessant ist nämlich auch, das sich der Sound des Amps ungewöhnlich gut im Raum verteilt und überall sehr gut zu hören ist. Das kennt man ja auch anders, nicht wahr? Ich habe keine Probleme, Clubs und kleine Säle mit dem Amp zu beschallen. Seine Klangqualitäten kann man noch am ehesten mit einer guten PA vergleichen. Was will man mehr als Sound? Hier bitte: Einfache und logische Bedienung. Kompakt, leicht zu transportieren. Anschlussmöglichkeiten und Regelmöglichkeiten wie eine gute PA und mehr. Multifunktional einsetzbar, fast alle akustischen Instrumente und auch Stimme werden in Topsound wiedergegeben. Durch zwei getrennt regelbare Kanäle können zwei verschiedene Klangquellen gleichzeitig übertragen werden. Aus meiner Praxis: Gitarre und Violine, Gitarre und Gesang, Gitarre und Flügelhorn, Gitarre und Saxophon. Sämtliche möglichen Ausgänge sind vorhanden, was den Einsatz an einer PA oder im Studio sehr einfach macht. Der Amp ist zu teuer? Nein, ist er nicht! Für das was er bietet, ist er absolut fair im Preis. Hier handelt es sich in jeder Beziehung um ein Hi-End-Gerät. Bis jetzt haben schon viele Musiker (Gitarristen und Violinisten) nach dem sie Gelegenheit hatten meinen Amp zu testen, den nächsten Fachhändler aufgesucht. Mir ist es übrigends auch so ergangen.”
“Schertler-Equipment für Archtop-Jazzgitarre? Trauen Sie Ihren Ohren! 1. Das Dilemma der Verstärkung eines akustischen Instruments und seine Überwindung Die „naturgetreue“ Verstärkung einer akustischen Archtop-Gitarre, wie sie Jazz-Gitarristen gerne spielen ist eine große Herausforderung. Im Gegensatz zu elektrischen Jazzgitarren mit ihren Humbucker-Pickups, die im Prinzip nur die Saitenschwingungen in elektrische Ströme verwandeln erwarten anspruchsvolle Jazz-Spieler von einer bühnentauglichen Verstärkung ihres akustischen Instruments, dass es die ganze Komplexität des Klangs und die Individualität des Instruments wiedergeben (und nicht nur die Differenz zwischen einer typischen Ahorn- und einer Fichtendecke...). Die bezeichnete Problematik wird oft und gerne außchließlich unter dem Aspekt der verwendeten Verstärkertechnologie diskutiert: es gibt dann die Fraktion, die auf die Wärme und den Edelklang von guten Röhrenverstärkern baut und diejenige, die Transparenz und Klangtreue eines Solid State Aplifiers mit Transistortechnologie bevorzugen. Dabei wird oft vergessen, dass sich exzellente Produkte beider Philosophien im Ergebnis ziemlich ähnlich sind. Dazu kommt, dass viel von den verwendeten Pickups abhängig ist: wird ein Floating-Neck-Pickup wie der Gibson „Johnny Smith“ verwendet? oder ein De’Armond Rhythm Chief 1000 oder 1100? oder gar ein Kondensator-Mikrofon? Als Referenz für unseren Test der neuesten Errungenschaft auf dem Markt des Studio-Equipments dienten die folgenden Geräte: ein Paul Rivera Röhrenverstärker M-60 und ein Polytone Mini-Brute Mark II (bzw. Baby-Taurus). Die zweitgenannten Transistorverstärker sind wohlbekannt und brauchen nicht näher eingeführt zu werden (ich spiele meist mit einem vorgeschalteten professionellen Compressor aus den 70er Jahren, dem „mxr limiter“). Der erste ist im Wesentlichen ein handverkabelter und handverlöteter zweikanaliger Röhrenverstärker vom Klang-Typ eines Fender (ich spiele meist mit einem eingeschlauften Röhren-Compressor, dem „ART-levelar“, einem Personal Processor mit Vactrol-Gate von Applied Research and Technology); Paul Rivera war denn auch der verantwortliche Ingenieur beispielsweise für den Fender Twin-Reverb und hat später seine eigene handgefertigte Luxus-Marke begründet (vielleicht bekannter ist der Rivera R-55 112 oder 212, der Nachfolger des M-60; siehe www.rivera.com). Ausser Konkurenz gewissermaßen wurde noch ein überaus neutraler Akustik-Verstärker von Marshall, der Acoustic Soloist 80 Reverb hinzugezogen. Damit ist das Maß unglaublich hoch angesetzt! Unter der Voraussetzung, dass man sich auf ein neues klangliches Abenteuer einzulassen bereit ist, traut man seinen eigenen Ohren nicht, wenn man zum ersten Mal sein bestes akustisches Instrument mit Schertler Equipment verstärkt hört: es ist wie wenn man alles hörte, wovon man wusste, dass es als Potenzial im Instrument angelegt ist... 2. Die Philosophie des Schertler dynamischen Transducer und des „DAVID“ Verstärkers Das Schertler-System hat in jeder Hinsicht mehr gemeinsam mit Studio-Technik denn mit herkömmlicher Gitarrenverstärkung und hat sich denn auch und bis jetzt vor allem in Tonstudios als Tonwandler einzelner Instrumente zur Gewinnung einer authentischen Balance zwischen den einzelnen Orchester-Gruppen bewährt (vgl. zum Nachfolgenden die Site von www.schertler.com). Die Philosophie der Schertler Tranducer und Verstärker hat sich an den Streichinstrumenten orientiert und wurde ausgehend vom Kontrabass mit dessen spezifischen Problemen entwickelt. Gewissermaßen die Bewährungsprobe hat das Schertler-System allerdings bei den Tücken der Verstärkung einer akustischen Archtop-Jazzgitarre zu bestehen. Der Grundstein des Unternehmens ist das Bekenntnis, dass nicht die relativ einfachen Schwingungen der Saiten, sondern der komplexe Reichtum des Resonanzkörpers die Individualität eines Instruments ausmacht und infolgedessen nach einer adäquaten Möglichkeit der Verstärkung fragt. Folgerichtig wird bei der Umsetzung des Signals denn nicht auf irgendeine klangliche Charakteristik eines bestimmten Verstärkers gesetzt (wie es die Modelling-Amps tun), sondern ein absolut linearer Amplitudengewinn angestrebt. So lehnen sich denn die Schertler-Verstärker eher an hochkarätigen Studio-Monitoren und professioneller High Fidelty Technik sowie an anspruchsvollen PA-Systemen an. Das Ergebnis überzeugt: der vom Schertler-Tonabnehmer zusammen mit dem entsprechenden Verstärker-System reproduzierte Klang ist transparent und doch sehr seidig-edel, modulationsfähig d.h. reich an Binnen-Differenzierungen, mit einer überragenden Auflösung auch von komplexen Akkordstrukturen, hebt sehr instrumentenspezifisch die Persönlichkeit der jeweiligen Gitarre hervor und mit einem Einschwingverhalten, das jeden Ton trocken, knackig und spröde ansprechen lässt. Bei diesem Erlebnis fallen einen regelrecht die Schuppen von den Ohren! Und man lernt die Qualitäten seiner geliebten Instrumente ganz neu kennen und schätzen... Mischt man dem rein akustisch auf dem Weg der Reproduktion der Korpus-Schwingungen gewonnenen Signal mit Fingerspitzengefühl noch einen Schuss vom Saft beispielsweise eines Johnny Smith Floating-Neck-Pickup dazu, dann hat man den Traum-Sound ad libitum! 3. Die technische Ausstattung des „DAVID“ und des „DYN-G“ Technisch gesprochen ist der Akustik-Verstärker von Schertler mit zwei umschaltbaren Eingangskanälen ausgerüstet, bi-amplified mittels bi-polaren Transistoren, verfügt über ein sehr charakteristisches Reverb für beide Kanäle, wird von traditionellen Ringtransformatoren netzgespiesen und liefert insgesamt 80 Watt (siehe die technischen Daten im Manual: Von den Vorverstärkern zu den Lautsprechern wurden alle Komponenten für ihre natürliche und sorgfältige Reaktion ausgewählt. Zwei Leistungsverstärker liefern mit einer aktiven Frequenzweiche 50 Watt an den 6” Basslautsprecher und 30 Watt an den 1” Hochtonlautsprecher. Das Ergebnis ist samtweich, klare Harmonien mit kontrollierten, starken Niedrigfrequenzen (runter bis zu 40 Herz). Die Biamplifikationstechnologie erzeugt einen sehr transparenten Sound genauso wie sie durch angemessene Kombination von Verstärkern und Lautsprechern maximale Effizienz liefert. Zusätzlich hat jeder Leistungsverstärker für einen sicheren Lautsprecherschutz einen Amplitudenbegrenzer. Die Verstärker werden mit bipolaren Transistoren gebaut und werden von einem traditionellen, robusten Netzgerät mit Strom versorgt (Ringtransformatoren). Die innovativen KLASSE A Schaltungen und die analog eingebaute Nachhallfeder sorgen für den warmen, glatten und musikalischen Sound, nach dem Spieler von Akustikinstrumenten gesucht haben. Bei den Regelungsmöglichkeiten ist die Abschwächung der Eigenfrequenz des Instrumentenkörpers (180 Herz), die Ausblendung der tiefen Frequenzen zugunsten eines Basshorns sowie – zusätzlich zu einem 3-Band Equilizer – die Wahl der Klangtemperatur hervorzuheben („warm“ entspricht etwa dem dreistufigen Regler der Polytone-Verstärker, „Brite-(neutral)-Dark“). Selbstverständlich gibt es auch einen Stereo-Jack für Send und Return, wo typischerweise ein Kompressor eingeschlauft werden kann. Der Combo ist ganze 30 mal 34 mal 25 cm klein und ganze 9 kg leicht (das Gehäuse besteht aus Schichtholz mit einer aufgerauhten, anthrazit-grauen Oberflächenbehandlung): Die Membranen für die Lautsprecher (ein 6’’ Woofer und ein Tweeter) fertigt Schertler in Partnerschaft mit SR Technologies und werden von einem massiven schwarzen Gitter geschützt. Selbstverständlich gibt es auch einen balanced Line-Ausgang, der zum Zweck von Aufnahmen direkt an ein Mischpult angeschlossen werden kann. Voraussetzung für die Entfaltung all der Qualitäten des DAVID-Verstärkers ist, dass man das genau darauf abgestimmte dynamische Pickup für Gitarre benutzt: DYN-G ebenfalls von Schertler (historisch war die Abstimmung umgekehrt...). Dabei handelt es sich um einen direkt auf der Decke des akustischen Instruments (es gibt sie auch für Konzertflügel, Kontrabass, Violoncello, Violine, Mandoline usw.) aufgebrachten Tonabnehmer mit einer weltweit patentierten, eigenen Technik: schallisoliert von der Umgebung schwingt eine Membrane in genauer Entsprechung mit den Schwingungen der Instrumentendecke, deren Bewegungen in einem schwachen Magnetfeld dynamisch in elektrische Ströme umgewandelt werden und über Neutrik-Kabel mit XLR-Steckern weggeführt werden (für die technischen Daten siehe das Manual:
4. Modularität auf der Bühne: „UNICO“, PUB und BASS
Als Zubehör gibt es ein ganzes Programm bestehend aus Ständern, Volumenpedal und nicht zuletzt eine praktische Tragetasche aus 5. Fazit: Die ultimative Kombination der Wärme eines Röhrenverstärkers mit der Transparenz eines Solid State Amplifier Die Verbindung des dynamischen Transducer für Gitarre (oder Cello) und einem der beiden Schertler Verstärker löst das Dilemma der Spieler der akustischen Jazzgitarre so, dass aus beiden Welten – derjenigen der Röhren- und derjenigen der Transistor-Technologie – das beste kombiniert wird: der Gesamtklang ist weich und edel wie ein Tube Amp, aber transparent auflösend und klanggetreu wie ein Solid State Amp! Es lohnt sich in jedem Fall, das existenzielle Erlebnis eines Probespiels zu wagen... auf die Gefahr hin, dass man fortan über den Fronten und Parteiungen steht! Die Firma Schertler mit Sitz in Mendrisio im Tessin (Schweiz) fertigt das Equipment in kleinen Serien an. Entsprechend sind die Preise stattlich, aber für den professionellen Einsatz doch gerechtfertigt: 735.00 CHF für DYN-G (bzw. 865.00 CHF für den DYN-C) und 725.00 EURO für den DAVID (bzw. 844.00 EURO für den UNICO). Der Vertrieb ist den Musikalienhändlern überlassen (Generalimporteur für die Bundesrepublik Deutschland ist ProArte, Kappellenweg 6, D-97268 Kirchheim, Phone +49 9366 90650, proartek@aol.com, www.pro-arte-acoustics.de); es gibt jedoch mittlerweile auch auf dem Internet präsente Discounter als Bezugsquellen, die Produkte von Schertler mit einigem Rabatt weitervermitteln. Biel (Schweiz), den 20. Juni 2005 Michael W. Hebeisen
Testbericht JazzKat Custom Tweed, Gitarrenverstärker von Armin Bonner
Aufgrund der guten Erinnerung an die Soundqualität des Verstärkers habe ich die Gelegenheit, diesen Verstärker aus einer ebay Auktion zu erwerben ohne weiteren Testbedarf wahrgenommen und bin nunmehr stolzer Besitzer eines „JazzKat Amp“. Der Verstärker hat 2 Kanäle, wobei der Kanal 1 einen Klinkeneingang besitzt, der Kanal 2 einen kombinierten XLR / Klinkeneingang. Der Kanal 2 ist wesentlich höhenbetonter („heißer“) und ist gedacht für Mikrofonsignale, akustische Instrumente und Ähnliches. Der Verstärker verfügt über einen XLR – Ausgang, einen Stereo Klinkenausgang und einen Effektloop (Send und Return) . Der Verstärker ist sehr handlich, wiegt ca. 10 kg, wobei hinsichtlich der technischen Daten, Abmessungen und Bilder auf die Website des Produzenten www.jazzkatamps.com verwiesen wird. Mein Verstärker ist auf der Kopfplatte mit einem zusätzlichen (nützlichen) Tragegriff ausgestattet. Der an der Seite eingelassene Tragegriff ist meiner Ansicht nach nicht von praktischer Bedeutung. Auf der Website des Produzenten ist auch ein Importeur für Europa in Spanien angeführt. In wie weit das Vertriebsnetz in Europa ausgeweitet wird, wird wohl vom allgemeinen Publikumsinteresse abhängen. Als Testinstrumente habe ich eine „Benedetto Bravo Archtop“ verwendet. Als direkter Vergleichsverstärker stand mir ein Polytone Mini Brute II zur Verfügung. Der Eindruck, welchen ich auf der letztjährigen Gitarreneinstellung erfahren habe, hat sich nach eigenem Test nunmehr bestätigt. Der Verstärker hat einen im Verhältnis zum Polytone wesentlich lebendigeren und eher „röhrenartigen“ druckvollen Sound. Dieser Sound ist im „Transistorbereich“ nach meiner Erfahrung einzigartig und kann auch von mir bekannten Amps von Schertler oder AER nicht produziert werden.
Der Verstärker ist aufgrund der möglichen hohen Lautstärke (110 Watt) und der Möglichkeit der direkten Abnahme des Signals in eine PA voll „gigtauglich“. Eine Anschlussmöglichkeit für eine externe Box ist nicht vorhanden. Die im JAZZKAT zur Verfügung stehenden 16 digitalen Effekten, die wahlweise auf einen oder beide Kanäle geschaltet werden könne, sind nach meinem Empfinden eine „überflüssige Zugabe“. Also Soundpurist, tue ich mir da allerdings generell schwer, den Sinn der Effekte nachzuvollziehen. Die Qualität der Effekte ist, soweit ich sie getestet habe, bescheiden, praktischen Nutzen hat gegebenenfalls der Hall, auch im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Mikrofons über Kanal 2. Der vorhandene Effektloop lässt das Zuschalten externer Effektgeräte zu. Der Kanal 2 ist aufgrund seiner eher höhenbetonten Einstellung für die Verstärkung einer Archtop Gitarre nur bedingt geeignet, um den typischen Archtopsound zu bewirken, ist es notwendig, die Höhen und die Mitten stark zurückzunehmen. Die Verwendung dieses Kanals für eine Archtop Gitarre wird wohl eher die Ausnahme sein, da der Kanal 1 mit ausgezeichneter Qualität hierfür zur Verfügung steht. Insgesamt erscheint mir der Verstärker, unter Berücksichtigung des offiziellen Verkaufspreises (in USA) von US Dollar 949,-- in der Version „Black“ (die teureren Versionen custom tweed und signature tweed lassen keinen technischen Unterschied erkennen) als durchaus ernstzunehmende Konkurrenz am Markt. Der eigenständige röhrenverstärkerähnliche Sound verbunden mit dem geringen Gewicht und den handlichen Ausmaßen könnte ihm eine Sonderstellung unter den Mitkonkurrenten einräumen – vorausgesetzt er ist bei uns am Markt erhältlich . Mai 2007, Armin Bonner
Die Verstärker der Firma Evans sind in den USA besonders bei Pedal Steel Guitar- Spielern verbreitet, erfreuen sich aber auch unter Jazz Gitarristen großer Beliebtheit. Hierzulande sind diese Amps eher selten anzutreffen, sehr zu unrecht wie ich finde und Grund genug für einen kleinen Erfahrungsbericht. Das im Folgenden beschriebene Modell "RE 200" wurde unter Einbezug einiger Vorgaben des Gitarristen Ron Escheté entwickelt und stellt die kleinste der drei verfügbaren Combo- Varianten dar. Die Verstärkereinheit ist bei allen Evans- Modellen stets die selbe, es sind neben diesem Modell noch ein Mini- Topteil sowie eine 12"- und 15"- Combo- Version erhältlich, die sich jeweils nur in der Lautsprecher- Bestückung und damit auch in der Konstruktion des Gehäuses unterscheiden. Konstruktion: Der erste optische Eindruck lässt im Gegensatz zur modernen Konzeption des Verstärkers eher auf eine klassische Konstruktion schließen, auch die insgesamt außergewöhnlich penible Verarbeitung des mit Tolex bezogenen Holz- Gehäuses samt edlem Echtleder- Griff hebt den Amp bereits optisch von vielen kompakten Transistorverstärkern anderer Hersteller ab. Verglichen mit der Haptik einiger Konkurrenz- Produkte aus dem gleichen Herkunftsland bewegt sich der Evans eindeutig in High End- Gefilden. Der 10" Deltalite Neodymium- Speaker von Eminence befindet sich hinter einer verschraubten Rückwand zwischen der oben montierten Vorstufe und der 200 Watt leistenden Endstufe, die auf dem Gehäuseboden installiert ist. Es besteht die Möglichkeit einen Zusatzlautsprecher anzuschließen, außerdem gibt es einen Line Out, einen nicht regelbaren Einschleifweg sowie einen Kopfhöreranschluss. An der Unterseite des Gehäuses befindet sich ein kleiner Klappbügel mit dessen Hilfe man den Amp schräg stellen kann. Eigentlich seltsam, dass vorher noch niemand auf diese simple Idee gekommen ist, denn das funktioniert in der Praxis ausgezeichnet. Die Abmessungen betragen 36 x 43 x 24 cm (BxHxT), der Evans ist somit etwas kleiner als ein Polytone. Zum Lieferumfang gehört eine robuste Kunstlederhaube. Bedienung und Klang: Die Reglerbezeichnungen sind teilweise etwas ungewöhnlich, erklären sich aber von selbst, sobald man einmal verstanden hat, wie diese (überwiegend interaktiv) funktionieren. Neben zwei unterschiedlich ausgelegten Eingängen (Normal oder +6db) und den üblichen Volume- und Master- Reglern findet man zunächst die gewohnten Potis zur Klangregelung vor, wobei die Mitten hier getrennt für den oberen ("Body") und den unteren Bereich ("Depth") regelbar sind. Letzteres Poti zeigt allerdings erst dann Wirkung, wenn "Body" zwischen 2-3 und darüber hinaus eingestellt ist. Gerade bei Feedback- Problemen mit einer akustischen Archtop kann man mit dieser sehr effektiven Mittenregelung so manches ungewollte Pfeifen verhindern ohne auf ein vernünftiges Bassfundament bei höheren Lautstärken verzichten zu müssen. Ein mit "Buff" bezeichneter Regler fügt dem Sound ein sehr angenehmes Höhenspektrum hinzu, die Wirkungsweise ist jedoch nicht vergleichbar mit der eines Treble- Potis. Hier erfolgt keine Zunahme scharfer Höhen, stattdessen erhält der gesamte Sound einen gewissen "Glanz" bei zunehmender Fülle und Wärme. Die Bedienungsanleitung spricht von "Röhren- ähnlichen Obertönen", das trifft es vielleicht ganz gut, ist aber doch schwer zu beschreiben und ein vergleichbares Feature ist mir auch von keinem anderen Amp bekannt. Der Schalter "Expand" (an dessen Stelle bei den aktuellen Modellen ein regelbares Mini- Poti getreten ist) ist dagegen eindeutig ein Boost- Schalter, der sowohl auf den Höhen- als auch auf den Bassbereich wirkt, im Archtop- Kontext wird er wohl in den meisten Fällen ausgeschaltet bleiben. Neben dem Reverb Regler auf der Vorderseite befindet sich auf der Rückseite noch ein Dwell Poti für den sehr natürlich klingenden Digital- Hall, sowie ein Preset Schalter für eine Kombination aus Hall und Chorus bzw. Hall und Flanger. Beide Effekte würde ich mal als kostenlose Dreingabe bezeichnen, denn das geht beispielsweise mit einem guten Pedal besser, es hängt aber natürlich davon ab in welcher Form und wie häufig man solche Effekte einsetzt und ist von daher eben auch Geschmacksache. Wer jetzt befürchtet, dass man mit diesem Verstärker nur nach stundenlangem Herumschrauben an den Potis zu guten Ergebnissen kommt, der kann beruhigt sein. Obwohl alle Regler sehr effektiv arbeiten kommt man selbst bei extremen Einstellungen (Treble einmal ausgenommen, hier ist Vorsicht geboten) immer zu absolut überzeugenden Ergebnissen, eine gut klingende Gitarre vorausgesetzt. Und damit sind wir beim vielleicht wichtigsten Punkt: der Evans überträgt jede Gitarre mit ihren spezifischen Eigenschaften und Besonderheiten zwar sehr nuanciert, ohne dabei aber gänzlich neutral zu klingen. Es ist immer eine deutliche Spur Amp- Sound im Spiel, der aber (eine gewisse Lautstärke vorausgesetzt) erstaunlich nahe an einem guten Fender- Combo ist. Solche Vergleiche müssen natürlich immer in Relation zur Größe des Gehäuses und zum Lautsprecher gesehen werden, aber es ist schon sehr beeindruckend, welches Volumen und welche Wärme dieser Amp trotz seines 10"- Speakers und seiner digitalen Endstufe zu Gehör bringt. Zudem "fühlt er sich gut an", denn dieser Verstärker arbeitet immer mit der Gitarre zusammen, wird quasi zum Teil des Instruments. Übersteuerungen durch Vor- oder Endstufe sind ausgeschlossen, auch die Lautstärkereserven sollten für die meisten Besetzungen mehr als ausreichend sein, zumal auch das Durchsetzungsvermögen dieses Amps unabhängig vom Pegel eine besondere Qualität hat. Übrigens versteht sich der Evans nicht nur mit Archtops, er vermag auch diverse Solidbody- Gitarren mit ihren jeweiligen Charakteristika sehr authentisch und überzeugend wiederzugeben. Fazit:
www.evansamps.com www.wbssteelguitars.com Andreas Behringer
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